Alle Beiträge von Stephan Hampe

Mit neuer Aufgabe ins neue Jahr

Das Jahr 2017 (Jahr 6 nach der „ressurection“) beginnt aufregend und anstrengend zugleich

Aufleben alter Freundschaften und Schließen neuer Freundschaften

Schon zu Weihnachten 2016 lebte der Kontakt zu einer alten Liebe in Kiel wieder auf. Anfang Februar sind wir gemeinsam zu einer Freundin aus R.SH-Zeiten nach Hannover gefahren, die dort ihren 50. Geburtstag feierte.  Auch diese Freundschaft wurde so wieder belebt. Und neue Freunde aus dem Kreis ihrer Gäste wurden so auch gefunden. Schon bald stehen gegenseitige Besuche an. Also mehr als Facbook-Unverbindlichkeit.

Wieder Student

Im Februar klappte es dann tatsächlich mit dem Traum, wieder zu studieren zu dürfen. Die Evangelische Hochschule Berlin akzeptierte mich als Zweitstudenten im Fach „Soziale Arbeit“.  Nach einigem Hin und Her wegen der erforderlichen Bescheinigung über die Krankenversicherung (die in meinem Fall ja vorliegt, aber eben nicht als „normale Mitgliedschaft“, sondern als Spezialfall, dass eben das Landesversorgungsamt für meine Beiträge aufkommt gemäß Bundesversorgungsgesetz BVG) erfolgte dann noch im Februar meine Immatrikulation. Ein Antrag auf Teilzeitstudium ist gestellt, und das Prüfungsamt hat diesem „teilweise zugestimmt“. Ich werde also in meinem Rhythmus und nach meiner eingeschränkten Leistungsfähigkeit die neue Aufgabe bestreiten können. Die erste Vorlesungswoche liegt gerade hinter mir, und ich freue mich, einige andere Zweitstudent/innen zu treffen, also nicht allein zwischen lauter jungen Menschen dort herumzuirren. Bemerkenswert ist allerdings schon, dass ich die Männerquote wie auch den Altersdurchschnitt fühlbar anhebe. Unabhängig davon freue ich mich sehr über die Hilfsbereitschaft und Unterstützung, die ich in den ersten Tagen erfahren habe. Es dauerte nämlich ein paar Tage, bis ich herausgefunden hatte, wo sich auf der EHB-Website der Raumverteilungsplan für meine Veranstaltungen befindet. Bis dahin bin ich einfach zu den Zeiten hingefahren und habe mich durchgefragt – dank den Kommiliton/innen erolgreich, merci!

Schwerpunkt: Natürlich „Was mit Medien“

Es besteht an der Hochschule die Möglichkeit, entweder Theaterpädagogik oder den Schwerpunkt „Medien und Soziale Beziehungen“ zu wählen. Drei Mal darfst Du raten, für welchen ich mich entschieden habe!

Erster Eindruck: Spannend aber anstrengend

Ich gestehe, nach der ersten Woche ganz schön platt zu sein. Auf der einen Seite habe ich nun wieder Struktur in meinem Leben und vor allem eine sinnvolle Aufgabe. Andererseits merke ich doch, wie mich das Ganze vor dem Hintergrund meiner Behinderungen anstrengt; und manchmal habe ich schon gezweifelt, ob ich mir damit nicht zu viel zumute…..

Blog zur Jahreswende 2016/17

Bilanz 2016

Nach den schönen und ermutigenden Erlebnissen im Sommer bei Kieler Woche und RSH-Jubiläum ging es weiter mit Schleswig-Holstein.

Kur in Damp: positive Erlebnisse und abschreckende Erfahrungen, was das Gesundheitssystem in diesem Bereich angeht.

Nachdem sich in der ersten Jahreshälfte meine neurologischen Beschwerden etwas verschlimmert hatten, bin ich mit Hoffnung in die neurologische Abteilung der Heliosklinik im Ostseebad Damp gefahren. Ein Aufenthalt mit Hindernissen, was schon mit der Beantragung begann: Eigentlich hatte ich mir eine spezialisierte Neuro-Klinik in Sankt Peter Ording an der Westküste meines Heimatlandes ausgesucht. Diese war aber nicht beim LaGeSo „gelistet“. Da der Kostenträger in meinem Fall nun mal das Landesversorgungsamt Berlin ist, wurde ich also Damp zugeteilt. Mit positiven wie negativen Konsequenzen: Schön waren die Besuche von Freunden aus Kiel und Hamburg, die mir das Dasein in dem gewöhnungsbedürftigen Kur-Apparat versüßten.

Einblicke ins konzentrierte Gesundheitssystem

Wie erwähnt, war ich also der Heliosklinik Damp zugeteilt worden. Die Qualität der Einrichtung habe ich als äußerst inhomogen erlebt. In meinem speziellen Fall ließ die Abstimmung zwischen Organisation/Verwaltung und Ärzten arg zu wünschen übrig. Die Verwaltung hatte mir vorab ein so genanntes „Komfort“-Zusatzpaket verkauft, welches Sauna- und Schwimmbadbenutzung, Zimmer mit Meerblick, WLAN und noch einige Kleinigkeiten ermöglichen sollte, Preis: stolze 399,00 €. Da ich einen Monat lang keine Kosten für Nahrungsmittel haben würde, habe ich mir das geleistet. Vor Ort dann aber Frust: Nachdem der erste Arzt noch unter anderem noch „Neurogruppe Schwimmen“ in den Therapieplan eingebaut hatte, wurde diese nach Arztwechsel nicht nur gestrichen, sondern jeglicher Aufenthalt in Sauna oder Schwimmhalle aus „versicherungstechnischen Gründen“ verboten. Grund: Die (vorab bekannte, weil in dem entsprechenden Fragebogen angegebene Epilepsie, deren letzter Anfall bei Beginn der Kur schon fast ein Jahr zurück lag). Der Versuch, vor Ort einen Teil des bereits bezahlten Zusatzpaketes zu stornieren, scheiterte an der Bürokratie der Klinik (hinterher habe ich nach aufwändigem Briefwechsel dann doch noch die Hälfte der Kosten erstattet bekommen…). Der Aufenthalt in Damp war unterm Strich ein sehr sportlicher, vierwöchiger Urlaub an einem schönen Ostsee-Spot. Positiv zu nennen sind die überwiegend engagierten und professionellen Therapeuten und Therapeutinnen. Geprägt allerdings auch von miesepetrigen Mitpatienten, die sich vorzugsweise über ihre Krankheiten und das Wetter unterhalten wollten. Weiters Thema war oft das lausige Essen. Man stelle sich vor: Das Essen für alle Helioskliniken Deutschlands wird wohl zentral in München zubereitet, von dort per Flugzeug in die jeweiligen Einrichtungen verschickt und vor Ort lediglich aufgewärmt. An den Frühstücks- und Abendessenbüffets alles voller in Plastik verpackter Aufstriche etc., was Berge von Müll erzeugt. Von Nachhaltigkeit kann hier also in mehrfacher Hinsicht nicht die Rede sein. Zurück zuhause hatte ich mehrere Arzttermine, sowohl bei meinem Neurologen als auch bei meinem Orthopäden: Beide berichteten, dass der Helios-Konzern gerade unterwegs ist, und Praxen zu Dumpingpreisen Übernahmeangebote macht, um in dem so genannten „ambulanten Markt“ Fuß zu fassen. Der Klinikmarkt ist schon besetzt, wohl auch durch intensive Lobbyarbeit bei den Kostenträgern (s.o.). Wer wundert sich da noch über die Ineffizienz unseres Gesundheitssystems?!

Herbst: Konsolidierung und Pläne schmieden

Zurück in Berlin habe ich erstmal einige Wochen gebraucht, um mich von den Strapazen der Kur zu erholen (verkehrte Welt!)

So langsam ergaben sich jedoch nach und nach einige Chancen, und ich begann, Pläne zu machen. Zwar bin ich von Arbeitsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen weit entfernt, aber es zeichnen sich zumindest einige Betätigungsfelder ab.

Radio-Promotion

Ein Freund aus alten Radiozeiten fragte an, ob ich nicht für den jungen Berliner Singer/Songwriter Martin Goldenbaum ein bisschen mit meiner Radioerfahrung tätig sein könnte. Ein erstes Kennenlerntreffen verlief positiv, der Eindruck des Materials erschien mir viel versprechend, und im Januar wird es das erste Treffen mit seinem Produzenten, seinem Label und mir geben, bei dem wir gemeinsam überlegen, wie wir daraus etwas machen können. Alles auf dem Level, was ich konzentrations- und kräftemäßig so schaffen kann, also sehr eingeschränkt.

Marketing und Kommunikation

Ein weiteres Projekt, ebenfalls honorarfrei und auf Mini-Level ist die Unterstützung meines Freundes Dag bei seiner neuen Selbstständigkeit als Möbeldesigner, hier werde ich im neuen Jahr ebenfalls ein bisschen mit einer Facebook-Auftritt sowie ein bisschen Pressearbeit einsteigen.

Studium, nun doch

Nach zwei vergeblichen Versuchen an FU und UdK hat sich nun doch etwas gefunden: Ich habe mich zum Sommersemester 2017 an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) für das Studium „Soziale Arbeit“ beworben, was sogar in Teilzeit absolviert werden kann. Alle Unterlagen inklusive Motivationsschreiben und Härtefallantrag sind eingereicht, Frist ist bis 15. Januar 2017, Start wäre dann ab Frühjahr. Selbst wenn ich – wie abzusehen – nicht wieder Vollzeit werde arbeiten können, werde ich versuchen, die dort erworbenen Kenntnisse bei ehrenamtlicher Arbeit einsetzen.

Blog Sommer 2016

BLOG , Sommer 2016

Sommer in der alten Heimat

Mein Sommer findet diesmal überwiegend in Schleswig-Holstein statt. Auftakt war wie in jeder letzten vollen Juniwoche die Kieler Woche in der alten Heimat. Diesmal ungewöhnlich sonnig, gar nicht das schon fast traditionelle Schietwetter. Sogar ein kleiner Segeltörn mit dem alten Musiker-Kollegen und Facebook-Buddy Harry Ketzschmar bei sanfter Brise war dabei (siehe Foto).

Jubiläum I: 30 Jahre Tiffany.

„It’s just a jump to the left…“ – I did the Time Warp again

Höhepunkt der Kieler Woche war für mich definitiv das Jubiläumskonzert „meiner“ Band Tiffany. Am 26. Juni 1986 waren wir erstmals im Musikzelt des Kulturamtes (seinerzeit noch gesponsored von Radio Schleswig-Holstein und allseits bekannt als R.SH-Musikzelt) in der „großen Besetzung“ aufgetreten. Zum Jubiläum kamen zu der aktuellen Besetzung noch eine Reihe Ehemaliger dazu. Und sogar ich selbst war doch tatsächlich wieder in der Lage, bei einigen Songs etwas Akustikgitarre und hier und da eine zweite Stimme beizutragen! Das sehe ich als ersten Erfolg von Musik- und Stimmtherapie an.

Drei Monate Vorbereitung an Gitarre und Gesang, und dann leider gepatzt.

In Vorbereitung diese Auftrittes hatte ich drei Monate lang geübt und meine Stimme sowie den Gitarrenpart eines Revival-Stückes aus den 1990er Jahren vorbereitet. Mein persönliches Highlight: Das Heraushören der Harmonien bereitete mir keinerlei Schwierigkeiten; vor dem Hintergrund des subjektiv weitgehenden Verlustes meiner Musikalität infolge meiner Hirnverletzungen hatte ich befürchtet, diese Fähigkeit verloren zu haben…

Allerdings: Kurz bevor „mein Lied“dran war, musste ich zur Toilette und habe mich backstage mit Nina, der Frau von Keyboarder Jan, verquatscht. Als mitten in unserem Gespräch von der Bühne her das Intro des Songs erklang, bin ich schnell wieder zurück gelaufen, konnte aber lediglich noch zwei oder drei Refrains mitsingen, die Gitarre blieb im Stativ stehen. Keine Coolness, eher zu viel Aufregung führten zu diesem Missgeschick, dass mich selbst mehr störte als alle anderen Beteiligten. Das Jubiläums-Set bestand aus einer Art „Best-of“-Zusammenstellung aus 30 Jahren, darunter auch Joshua Kadisons „Jessie“, eine Ballade vom „Mann für’s Gefühl“ Max Berghaus, die ich tatsächlich noch aus dem Gedächtnis mitspielen konnte. Auch für ein Solo war ich eigentlich eingeplant: Den Part des Riff Raff beim „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show. Für Leadgesang reicht meine Stimme allerdings (noch) nicht ganz wieder aus, und so war ich dankbar, dass Frank spontan für mich einsprang….

Jubiläum II: 30 Jahre Radio Schleswig-Holstein

Am 1. Juli 1986 startete mit R.SH der erste landesweite Privatsender Deutschlands seinen Sendebetrieb. Ich selbst war anfangs zunächst als begeisterter Hörer dabei, hatte aber drei Monate später dort meinen ersten Job am Hörertelefon und in der Verkehrsredaktion. Es folgten Praktikum und zehn Jahre freie Mitarbeit als Reporter, Nachrichten- und Musikredakteur, beides war die Grundlage für 25 Jahre beruflicher Laufbahn vom RSH-Musikchef bis zu Aufgaben als Programmdirektor und Geschäftsführer bei Beteiligungsunternehmen.

Am 3. Juli 2016 trafen sich fast 90 Kollegen und Kolleginnen aus der Gründungszeit wieder im Forsthaus Wittland – Das zweite tränenreiche und gefühlsschwangere Jubiläum innerhalb von zwei Wochen.

Ernüchtert zurück in Berlin

Nach zwei Wochen Hochstimmung und Feiern von Rekonvaleszenzerfolgen wartete in Berlin Ernüchterung auf mich: Die Bewerbung an der Universität der Künste, von der ich im letzten Eintrag berichtete, ist leider abgelehnt worden. Dann eben etwas anderes: In der kommenden Woche habe ich Beratungstermine an der FU Berlin, zum einen, was vor dem Hintergrund meiner 70prozentigen Schwerbehinderung und meiner sozialen Situation sinnvoll und machbar wäre, zum anderen, welches Fach passen könnte….

 

 

Pfingsten 2016 – Update Blog

Pfingsten – Sieben Wochen später

Diesmal genau sieben Wochen später neue Muße für nen Blogeintrag, und auch einige neue Er-Leb-nisse.

Seltsamer „Zufall“, das ich mich wieder an einem christlichen Fest hinsetze, um hier weiterzumachen. Naja, vielleich passt es ja. Nach der Auferstehung zu Ostern jetzt ein bisschen Zuwendung zum Heiligen Geist…

Neuer Arzt – neue Meinung / Kur

Zunächst gibt es von einem weiteren Arztbesuch zu berichten: Auf Empfehlung meiner Hausärztin habe ich Ende April einen weiteren Neurologen/Psychiater konsultiert. Zur meiner eigenen Vorbereitung,  und damit er sich auf unser Gespräch statt auf einen Aktenordner von Arztberichten der letzten fünf Jahre konzentrieren konnte, hatte ich die Krankheitsgeschichte auf zwei DIN-A-4-Seiten zusammengefasst und bin auf sage und schreibe vier Skalpierungen plus vier weiteren OPs unter Vollnarkose gekommen (Augen-OPs, Gesichtschirurgie, Nasenpolypen-Entfernung). Ganz schön, oder?! Ergebnis der weiteren Arztmeinung nach Studium des aktuellsten MRT-Bildes und meinem Bericht: Ich sei außergewöhnlich gut rehabilitiert bislang, besonders vor dem Hintergrund der erheblichen Verletzungen am Gehirn. Empfehlung: (noch) etwas mehr Sport, außerdem Nahrungsergänzung in Form von Magnesium und Vitamin B 12. Das kann wohl dabei unterstützen, die Nebenwirkungen des Epilepsie-Medikamentes (Müdigkeit, Depressionsneigung) abzumildern und vielleicht sogar die linksseitige Taubheit (residuelle Hemiparesen) zu beenden.

Außerdem hat mir das Versorgungsamt eine Kur in Damp 2000 an der Ostsee bewilligt, der Termin ist noch offen, aber es wird noch in diesem Sommer sein. Auch das gibt natürlich Hoffnung auf weitere körperliche Verbesserungen….

IrgendwasmitMedien – Vorbereitung

Da ich mich, wie im letzten Blogeintrag berichtet, ja um einen Studienplatz – wenigstens als Gasthörer – an der Universität der Künste beworben habe, habe ich mir Anfang Mai quasi als Einstimmung darauf mit meinem Behindertenausweis ein ermäßigtes Ticket für die re:publica beziehungsweise Media Convention geleistet. Von den vier Tagen habe ich nur zweieinhalb wahrgenommen, nicht nur weil der große Menschenauflauf und die Energie dort mir zuviel waren, auch weil ich von der „schönen neuen Welt“ der Medien, wie sie sich dort präsentiert doch ziemlich abgestoßen war: Mehrere hundert Menschen auf dem Haufen, die vorgeben, sich über Medien und deren gesellschaftlicher Wirkung austauschen zu wollen, dabei aber hauptsächlich auf die Displays ihrer Smartphones, Notebooks oder Tablets starren. Dann regen sich alle mehr oder weniger über die permanente Überwachung im Internet auf (es war der Tag, an dem Greenpeace auf dieser Veranstaltung TTIP-Leaks veröffentlichte, das Panel war so voll, das ich keinen Platz mehr abbekam; auch Edward Snowden nahm diesmal zumindest per Video-Schalte als „Speaker“ teil). Und der gemeinsame Vortrag eines Amerikaners und einer Inderin hatte eigentlich nur zum Inhalt, was Byung Chul Han bereits in seinem Buch „Psychopolitik“ auf den Punkt gebracht hat: Nämlich, wie wir es in unserem Drang, uns miteinander zu vernetzen, ganz ohne „Big Brother“ selbst zu einem riesigen, sich selbst überwachenden Netzwerk machen. Freiwillig. Und gleichzeitig wird sich in diesem Netz eifrigst über die Überwachung und totale Hergabe privatester Informationen aufgeregt…. Also meins ist das nicht. Da schreibe ich doch lieber das Blog und facebooke jeden Tag ganz selbstverständlich im Bewusstsein, dass jeder es lesen kann, meinetwegen auch die NSA. Jedenfalls gibt es ein Gefühl der Verbundenheit, und wenn die Nerds auf der re:publica ehrlich sind, geht es ihnen allen nur um diese Gefühl: „We are bound together“ – aber das wussten ja schon die Hippies in den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts… Fazit: Zum einen reicht mein Bartwuchs für einen „richtigen“ Medienhipster nicht aus, zum anderen bleibe ich lieber stiller Beobachter der Szenerie, ab Herbst ja vielleicht sogar wissenschaftlicher stiller Beobachter….

Gedicht – neue Strophe

Wie schon vorher mal erwähnt, ist meine seelische Verfassung äußerst stabil geworden, deshalb habe ich das Motto-Gedicht dieser Seite um folgende Strophe ergänzt (Versmaß ist noch nicht optimal, aber Du weißt schon, was gemeint ist):

Fünf Jahre sind ins Land gegangen,

bin langsam weniger gefangen

sogar Freude kommt manchmal zaghaft auf,

das Leben nimmt sich eben seinen Lauf.

So ist das Leben eben.

Neue Chance gekriegt und zugegriffen

Bin ganz gespannt, was da noch geht.

Da geht noch Leben eben.

Neues Jahr, neues Blog – weitere kleine Rekonvaleszenz-Erfolge

 

 

Ostern – Ressurektion

Mal wieder ist fast ein halbes Jahr seit dem letzten Eintrag vergangen. Seinerzeit schrieb ich von „verbindlichen neuen Schritten bzw. Entscheidungen“ in Form des LaGeSO-Bescheides über den „Dauerzustand“. Von dieser Nachricht im Oktober 2015 dauerte es tatsächlich bis zum Ostersamstag 2016, bis der Bescheid über die Umsetzung schließlich und endlich auch im Briefkasten landete. In der Zwischenzeit hat eine andere Abteilung, die so genannte „Fürsorgestelle“ mit einem zinslosen Darlehen dafür gesorgt, dass die monatlichen Kosten wie Miete(n), Versicherungen etc. bezahlt werden konnten. Das war äußerst knapp, aber ist irgendwie schließlich gelungen. Ab April geht es „normal“ weiter. Wenn auch der Sachstand eindeutig und auch mit meinem an-geschlagenen Kopf/Verstand nachvollziehbar gewesen ist, hat der Schwebezustand meine gebeutelte Seele noch mal ganz schön durcheinander gebracht. Und wieder wundere ich mich, wie ich diese Unsicherheit psychisch auch ohne konkrete therapeutische Unterstützung (jedenfalls keine Psychotherapie) einigermaßen stabil überstehe. Eine große Hilfe sind meine Familie und Freunde, ohne die ich die letzten fünf Jahre meines „alten Lebens“ und ersten fünf Jahre meines „neuen Lebens“ bestimmt nicht so überstanden hätte….

Ich wiederhole einmal mehr meine unendliche Dankbarkeit für diese Unterstützung und Beistand. Bei allem Unglück scheine ich ja doch irgendwie gesegnet zu sein… Auch wenn ich nicht außerordentlich religös im christlichen Sinne bin, mein Glaube wird doch immer wieder gestärkt und bestätigt . Vergleiche auch die Schilderung meines Komatraumes,  die Nachricht, eine „Ressurektion“ zu erfahren; insofern ist das gerade gewesene Osterfest mit der Kunde der Auferstehung Jesu von doppelter Bedeutung für mich.

Die Ereignisse im Einzelnen:

Jahreswechsel in Kiel und Hamburg – steigende körperliche Konstitution

Im Dezember 2015 habe ich einige fröhliche und leichte Tage in Kiel verbracht, Geburtstagsfeier meiner wunderbaren Schwester in Kiel mit etlichen Freunden und Verwandten aus mehreren Jahrzehnten (einige kenne ich seit Grundschulzeiten), dabei gelang es mir erstmals seit langem, bis nach Mitternacht mitzufeiern (Schlafstörungen und frühe Erschöpfung sind verletzungsbedingt ansonsten immer noch an der Tagesordnung). Und noch in Kiel erreichte mich die Einladung meines besten Freundes aus Hamburg, mit ihm und seiner Familie sowie nochmals vielen Freunden aus der Studienzeit Silvester an der Alster zu verbringen. Gefragt, zugesagt, gesagt, getan. So habe ich erstmals seit dem „Vorfall“ einen Jahreswechsel wieder wach und im Kreise lieber Menschen verbringen können. Auch aus diesem Anlass war ich wieder zwei Tage hintereinander bis nach Mitternacht aufgeblieben. Für einen gerade mal Fünfjährigen (nach neuer Zeitrechnung) ganz ordentlich, finde ich.

Danach erstmal wieder Einleben in Berlin, viel mühsamer und langweiliger Alltag, der allerdings seit geraumer Zeit teilweise mit ehrenamtlicher Arbeit in der Nachbarschaftshilfe hier im Onkel-Tom-Kiez gefüllt wird. Seit einem guten halben Jahr betätige ich mich als Kiez-fee (=frei ehrenamtlich engagiert), indem ich einmal wöchentlich für eine alte Dame Besorgungen erledige. Gibt zumindest das Gefühl, nicht nur einsam herumzusitzen und noch etwas Sinnvolles tun zu können. Darüber hinaus weiterhin wöchentlich Musik- und Stimmtherapie sowie Rehasport („Muckibude für Versehrte“, wie ich es augenzwinkernd nenne).

 

Frühjahr 2016 – nochmals Abwechslung in Kiel

Im März stand ein weiterer Geburtstag in Kiel an. Gemeinsam mit Freunden haben wir eine Überraschungsparty organisiert, mit mir als Teil der Überraschung. Kaum war das konspirativ geplant und der Fernbus gebucht, flatterte die Einladung zum eigentlichen Fest in mein Haus, und ich habe meinen Kiel-Aufenthalt gleich für eine ganze Woche organisiert. Die „Konditionssteigerung“ vom Jahreswechsel bestätigte sich noch einmal, und wieder konnte ich eine Reihe schöner Wiedersehen mit alten Freunden feiern.

Danach erstmal wieder viel Frust, denn (s.o.) offiziell gab es noch keine konkrete Nachricht vom Versorgungsamt über das weitere Vorgehen im „Fall Hampe“. Diese Phase scheint (s.o.) nun vorerst vorüber.

Abschied vom bisherigen Beruf/ Anfang von…?

Als Berufsbezeichnung gebe ich nun offiziell „Coach und Berater im Ruhestand“ an (alternativ: – den Adelstitel hatte mir vor fünf Jahren ja die Berliner Boulevardpresse verliehen – „Radiokönig“ a.D.), alle Einträge in sozialen Netzwerken sind entsprechend geändert. Wenn auch schmerzlich, so ist das nun mal die Realität. Mein früherer Partner Simon und mein Nachfolger Nick (radicointl) haben versucht, mich mit zu den RadiodaysEurope zu nehmen, das ist  eine internationale Konferenz, die ich in der Vergangenheit mehrfach besucht hatte. Die Akkreditierung war schon geklärt, ich hätte lediglich Fahrt- und Übernachtungskosten tragen müssen, aber je näher der Termin rückte, desto klarer wurde mir: Das ist nun meine Vergangenheit (ich war bei den ersten RadiodaysEurope in Kopenhagen sogar Referent und habe einen Artikel darüber geschrieben), durch meinen Schicksalsschlag bin ich nun seit über fünf Jahren nicht mehr aktiv gewesen und habe das Gefühl, „meiner“ Branche und meinen Kollegen nichts mehr geben zu können. Also habe ich die verlockende Kurzreise nach Paris schweren Herzens abgesagt.

Das gibt ganz gut wieder, wie mein innerlicher Zustand derzeit ist: Es ist klar, dass alles, was mich beruflich und persönlich ausgemacht hat, nunmehr Geschichte ist. Unklar ist, was sich möglicherweise noch entwickelt aus dem Desaster meines Lebens. Dies Dilemma spiegelt sich auch im Bereich meiner geliebten Musik: Gitarre spielen und singen wie vor 2011 ist nach heutigem Stand nicht mehr möglich, ich lerne von Null bei den jeweiligen Therapien. Und auch dabei tun sich möglicherweise völlig neue Möglichkeiten auf, die ich vorher noch nicht mal erwägt hatte. Bei der letzten Musiktherapiestunde wurde ich erstmals an ein Klavier gesetzt und begann, Tonleitern und einfache rhythmische Übungen zu trainieren. Bei einem schönen Treffen Anfang März mit alten Radiokollegen ergab sich die wunderbare Möglichkeit, von einem Freund ein gebrauchtes E-Piano zur Verfügung zu bekommen, so dass ich nun auch zuhause damit weiter machen können werde. Außerdem habe ich mich an der Universität der Künste Berlin um eine Möglichkeit beworben, zumindest als Gasthörer tätig zu werden, um mich etwas zu beschäftigen und mir vielleicht sogar neues Wissen anzueignen. Start wäre bei Zusage im Wintersemester 2016…..

Epilepsie

Was die leidige Epilepsie angeht, so habe ich jetzt fast ein halbes Jahr lang stabile Ruhe aufgrund einer guten medikamentösen Einstellung. So darf es bitte bleiben!

 

 

 

Meine Musik – wie sie mal war.

Weil immer wieder danach gefragt wird und weil das wie im Text erwähnt ein so wichtiger Teil meines „ersten Lebens“ gewesen ist, hier einige Youtube-Links feat. myself:

1) Berliner Soulchor 2006 als Pausenfüller beim Public Viewing am Brandenburger Tor:

http://youtu.be/dYFF-1OCGxg

sowie bei einer Aufzeichnung für Deutsche Welle TV in einer Zehlendorfer Kirche: http://youtu.be/DNzQrRGqy_c

 

2) Meine eigene Acoustic-Formation „Love Shower“:

Up On the roof, James Taylor/Carole King:

http://youtu.be/K6jt2Tsss60 (grüner Salon)

http://youtu.be/K6jt2Tsss60 (Remise)

 

Soul Shadows/ Bill Withers:

http://youtu.be/K10qwTc8kng

 

Love the One you’re with/ deutsche Version von Stefan Gwildis:

http://youtu.be/u4ZvbU0ZUQQ

 

I’m yours: http://youtu.be/jC_o0D-wDfg

 

Where you lead:

http://youtu.be/fEClO2oFTuM

BLOG Oktober 2015/ Zwischenbilanz zum 4. Geburtstag

Vierter (Wieder-) Geburtstag

Heute vor vier Jahren und 14 Tagen geschah das Attentat, das mein Leben so radikal veränderte. Zwei Wochen später holten mich die Ärzte der Charité aus dem künstlichen Koma zurück, deshalb feiere ich heute meinen vierten Geburtstag.

Seit dem Letzten Eintrag ist ein halbes Jahr vergangen, einiges ist passiert, aber ich habe abgewartet, bis eine verbindliche Entscheidung über mein weiteres Leben gefallen ist (mehr dazu weiter unten)

Frühjahr: Einige schöne Wiedersehen

Wiedersehen #1: Tiffany (meine 80er und 90er Jahre)

Es ging los im April mit einer späten Geburtstagüberraschung, die meine Schwester und meine frühere Kieler Band Tiffany arrangiert hatten: Eine Party mit allen aktuellen und vielen ehemaligen Bandmitgliedern in Kiel. Es liefen alte Live-Mitschnitte aus den 80ern von Cassette zum Essen und Trinken vom „Santa Fé“ (Eingeweihte wissen, das ist unser Stamm-Mexikaner, bei dem wir uns immer nach den Proben getroffen hatten, und wo wir mehrere Unplugged-Konzerte gegeben hatten in den 90er Jahren). Danach eine Video-Orgie, denn Hanne hat als Chef-Archivarin nahezu alles aufbewahrt und digitalisiert, was es von uns jemals zu hören und sehen gab. Schließlich noch ein Fotobuch mit Fotos, Manuskripten, Setlists etc. Wertvolle Erinnerungen an eine der besten Zeiten meines Lebens!

Wiedersehen #2: Uwe Trautsch (meine 70er Jahre)

Kurze Zeit später traf ich meinen früheren Lieblingslehrer (LK Gemeinschaftskunde/Geschichte an der Hebbelschule) und langjährigen guten Freund Uwe wieder. Zunächst Kontakt per E-Mail und Telefon (wobei ich ihn zunächst vom Schock über mein Schicksal beruhigen musste), dann persönliche Treffen in Berlin-Mitte und Kiel.

Wiedersehen #3: Simon Mumford (meine 2000er Jahre)

Der besuch aus Australien von Simon, der meine „hometown“ kennenlernen wollte, ließ sich wunderbar kombinieren mit Uwe, der im Ruhestand als Fremdenführer für Kiel-Marketing arbeitet, sein dickes Schlüsselbund auspackte, und uns mit einer wundervollen, zweisprachigen Führung durch das Kieler Rathaus beglückte.

Wiedersehen #4: Nick Maloney

Simon ist mein Partner in unserer Radioberatungssozietät „radico“, eine Tätigkeit, die ich leider nicht mehr durchführen kann, weil s.u. („Dauerzustand“). Unsere Vereinbarung sieht vor, dass, wenn eine Seite mehr als zwei Jahre ihren Part nicht durchführen kann, die Markenrechte an „radico“ an die jeweils andere fällt. das war nun der Fall. Simon hat nun einen neuen Partner gefunden, den ich verrückterweise aus alten Hamburger und Berliner Radio-Zeiten kenne: Nick Maloney. Gemeinsam sind sie jetzt radicointl. Für mich bedeutet das nun Abschiednehmen von der Radiowelt, in der ich beruflich groß geworden bin, und die lange Zeit mein Lebensinhalt war und mein Leben finanziert hat. Auch wenn ich nicht mehr mitmischen kann, bleibe ich in gutem Kontakt zu den beiden.

Gesundheitliche Entwicklung

Leichte Verbesserung der Anosmie

Der Sommer war zunächst geprägt von einer erneuten Operation: Ich hatte einen guten Hals-Nasen-Ohren-Arzt gefunden, der mir Anfang Juli mit einer minimal-invasiven Methode die ausgeprägten Nasenpolypen entfernt hat.

Anosmie, also der Verlust des Geruchs- und Geschmackssinnes, ist eine häufige Begleiterscheinung von Schädel-Hirn-Traumata, aber ich habe immer daran geglaubt, dass ich diese Sinne wieder zurück erlangen könnte. Und siehe da: Nach der Entfernung der Polypen ist zumindest etwas mehr als eine Ahnung des Riechens zurückgekehrt. Noch nicht so differenziert, wie zuvor. Ich habe das Bild gefunden, dass ich nunmehr zumindest wieder in „schwarz-weiss“ riechen kann.

Epilepsie

Leider ist es wieder zu zwei Anfällen gekommen. Der erste war im Februar, als ich vergessen hatte, mein Medikament einzunehmen. Unmittelbar davor hatte ich eine Fahrstunde genommen und mir einen DriveNow-Account besorgt, in der Hoffnung, wieder Auto fahren zu können. Das Fahren ging sehr gut, aber nach einem epileptischen Anfall ist aus versicherungstechnischen Gründen ein Jahr autofrei angesagt…. Also erstmal weiter Bahn, Fernbus, BVG und Fahrrad..

Der zweite Anfall kam letztes Wochenende ohne vordergründig erkennbaren Anlass wie das Versäumen der Medikamenteinnahme. Da ich auch ausreichend gegessen und geschlafen hatte, kommt nur (emotionaler) Stress als Auslöser infrage. Zwei Tage Charité und ein weiteres autofreies Jahr sind die Folgen.

Dauerzustand

Nach der Anhörung meiner Ärzte und Therapeuten haben der Amtsarzt und damit das Landesversorgungsamt in der vergangenen Woche den so genannten „Dauerzustand“ festgestellt, was bedeutet, dass ich bis auf weiteres nicht wieder arbeiten können werde. Das hat mich natürlich zunächst frustriert. Andererseits bedeutet es wirtschaftliche Absicherung für mich und meine Familie (Ich kann an dieser Stelle nur mein Loblied auf unser Sozialgesetzbuch und insbesondere das Opfer-Entschädigungsgesetz wiederholen!)

Musiktherapie

Seit einigen Wochen versuche ich, mithilfe von Musiktherapie beim gleichnamigen Institut in der Nachbarschaft, meine ebenfalls durch die Hirnverletzungen verloren gegangene Musikalität wieder zu erlangen. Wie viele wissen, habe ich seit meinem 14. Lebensjahr Gitarre gespielt und gesungen, es darin zu einigem Können gebracht; Aber jetzt fange ich bei Null wieder an.

 

 

 

Vorher – Nachher

Hier jetzt der Nachtrag zum letzten Quartal 2014: Plastische Chirurgie @work:

Hängende Braue/ Lid infolge Schädelkalottenimplantation seit 11/2012:präfronthalb06prähalbrechts04präfrontal03Korrigierte Braue nach plastischer OP 11/2014 (noch ziemlich blau, mittlerweile abgeheilt):

postfrontal03prärechts05posthalbrechts02posthalbrechts04posthalbrechtsgroß06postrechts05

Zum Geburtstag gestern bekam ich von Töchterchen eine weitere Fotosession für das ausgeheilte Endergebnis. Demnächst hier:

PorträtoB 1(okay, hängt immer noch ein bisschen, aber das ist wohl die Fazialisparese = gelähmter Nervenast der rechten Gesichtshälfte), dadurch auch die seltsam behinderte Mimik.

Porträt oB 3

Neues Jahr, neues Blog – weiter kleine Rekonvaleszenz-Erfolge

Im Gegensatz zum letzten Eintrag 2014 gibt es diesmal keine Hiobsbotschaften zu erzählen, trotzdem wird es wieder Text-lastig.

Von weiteren „Arbeits“-Versuchen habe ich aus guten Gründen abgesehen, mich ganz auf meine Therapien und den operativen Eingriff bei den Plastischen Chirurgen der Charité konzentriert. Die OP verlief planmäßig ohne Komplikationen, Vorher-Nachher-Fotos liefere ich dann aber erst beim nächsten Mal nach (die erste Verlaufskontrolle findet Ende Januar statt, dann lasse ich mir die dort angefertigten Fotos mitgeben). Daher auch die Textlastigkeit diesmal. Ich habe mich also „machen lassen“, nicht von dem übertrieben überteuerten privaten Schönheitschirurgen in Charlottenburg, sondern von den soliden, kompetenten und dazu überaus freundlichen Menschen im Campus Benjamin-Franklin der Charité. Das Ergebnis ist sehr zufriedenstellend – und wurde komplett von der Krankenkasse übernommen…

Anlässe zum Feiern, mit erst guter, dann abnehmender Kondition

Die erste Feier als „gemachter“ Mann war der Geburtstag meiner wunderbaren Schwester in Kiel. Das gab’s viele Komplimente für meine fortschreitende Rekonvaleszenz und natürlich das zu der Zeit schon korrigierte Augenlid. Außerdem habe ich mich mal wieder mit Erfolg als DJ betätigt, mit Tanzen bis nach Mitternacht. Ein Tag der Lebensfreude! Weiter ging’s mit einem gemütlichen Weihnachtsfest „in Familie“, wieder harmonisch und durchaus langem Durchhaltevermögen. Pünktlich Heiligabend gab es dann auch neue Brillengläser, was ja der Grund des ganzen Aufrisses mit „Brow-Lift“ etc. war (Gesichtsfelderweiterung, die Überweisung zu den plastischen Chirurgen kam von meinem Augenarzt. Das mit der guten Kondition wandelte sich dann allerdings am Silvesterabend, den ich auf der schönen Privatparty eines guten Freundes begann, aber wegen akuter Müdigkeit schon vor Mitternacht zuhause beendete.

Sport: Wenn Laufen nicht läuft, geht Gehen

À propos Kondition: Nach meinem neuen Motto habe ich auch im letzten Quartal 2014 etliche Kilometer per pedes abgerissen. Sei es zu Fuß zum Rendezvous mit einer neuen Freundin (nein, nicht so, wie Du jetzt denkst!) 16 Kilometer hin und zurück nach Charlottenburg oder regelmäßig mittwochs die gleiche Entfernung zu meiner Logopädin nach Kleinmachnow. Das macht sich positiv auf die Lebensfreude und auch auf Fitness und die allmorgendlichen Anzeigen meiner Waage bemerkbar!

Ausblick: 2015 Rentner mit 52 (auf dem Papier) bzw. 4 (nach Ressurektion)?!

All diese schönen, kleinen Erfolge können allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass meine Behinderungen weiter spürbar sind (taube Hand, tauber Fuß, tauber Mundwinkel, latente Epilepsie, weiterhin Sprech- (nicht Sprach-) störungen, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, ausgefallene Musikalität undundund, s.o.). Und so geht’s jetzt weiter: Im Mai nochmals Gutachten, dann entscheidet das Versorgungsamt, ob (Achtung, Amtsdeutsch!) der „Dauerzustand“ gegeben ist, und ich würde – ähnlich wie ein Afghanistanveteran eine „Versorgungsrente“ erhalten. Die Wahrscheinlichkeit, dass das so kommt, ist nach heutigem Stand recht groß. Mit Hilfe meiner gerade auslaufenden Psychotherapie habe ich mich seelisch darauf eingestellt, suche mir dann eben eine meinen noch vorhandenen Fähigkeiten gemäße Betätigung (sei es nun ein Ehrenamt oder, mein bisher noch heimlicher Traum: Ein weiteres Studium). Was es dann wirklich wird, im 2. Quartal 2015 wieder hier….