Alle Beiträge von Stephan Hampe

Blog Mai 2021

So, is’ mol wedder Tied, habe mir selbst ja eigentlich vorgenommen, jedes Vierteljahr einen Blog-Eintrag zu schreiben und zu posten, allein um mich selbst zu sortieren, wo ich gerade stehe in der Entwicklung meiner Heilung. Und natürlich für alle treuen Besucher dieser Webseite.

Auswirkungen des Vorjahres werden angegangen

Wie beim letzten Mal ausführlich erzählt, durfte ich 2020 trotz #Corona eine entspannte und entspannende Reha-Kur absolvieren. Neben der Tatsache, dass ich dort eine neue Freundin kennengelernt habe, die ebenfalls – wenn auch aus anderen Gründen als ich –  eine CAD-Schädelplastik trägt (erstmals kann ich mich mit jemandem austauschen, der genau die gleiche Erfahrung macht, das Spannungsgefühl im Skalp etc. pp.!), fiel der dortigen Stimm- und Sprechtherapeutin auf, dass die Probleme mit der Stimme möglicherweise nicht nur mit der Hirnverletzung (Diagnose „Dysartrie“) zu tun haben könnten, sondern dass eventuell zusätzlich eine Schädigung der Stimmlippen bzw. Stimmbänder vorliegen könnte. Sie empfahl die Konsultation eines Phoniaters. Das war das erste Projekt nach der Kur. Volltreffer! Beim Institut für Phoniatrie der Charité Berlin-Mitte wurde genau das festgestellt, mutmaßlich aufgrund der Intubationen im Zusammenhang mit den gut acht OPs unter Vollnarkose, die ich in den letzten zehn Jahren über mich ergehen lassen habe.  OP-Termin bei selbigem   Institut für wurde wegen #Corona von November auf Mitte Februar verlegt. Nun ist ein Gel in die Stimmlippen eingespritzt worden, so dass sie wieder mehr Spannung haben. Meine Stimme ist ein bisschen dunkler geworden (von Tenor zum Bariton in etwa) und braucht noch etwas Schonung sowie weitere Stimm- und Sprechtherapie. Spannend: am gleichen Institut gibt es eine Abteilung „Musikermedizin“, geleitet von einem Professor, der ausgebildeter Neurologe ist. Zack, auch hier einen Termin vereinbart, der verspricht, dass ich den mir seit der Verletzung abhanden gekommenen „Groove“ als wichtigen Teil meiner Musikalität wieder erreichen können werde. Der Doc verschrieb mir zum einen eine Hand-Ergotherapie bei einer dafür spezialisierten Praxis und riet dazu, täglich weiter zu üben, etwa indem ich zu Aufnahmen von Songs spiele, die ich früher mal beherrscht habe. Work in Progress…. Bei der Praxis Tenyer in Charlottenburg, die der Prof mir empfohlen hat, war allerdings kurzfristig kein Termin zu bekommen, so dass ich dort jetzt auf einer Warteliste der Dinge und den eventuell damit verbundenen Möglichkeiten harre. Mehr dazu nächstes Mal.

Neuer Neurologe und Chance auf eine Impfung

Nachdem die  ersten beiden Neurologie-Praxen, die ich konsultiert hatte, keine kreativen Ideen hatten, wie ich über die immer noch notwendigen Antiepileptika hinaus zu therapieren sein könnte, habe ich, gleich bei mir um die Ecke, einen engagierten neuen Doc gefunden, der die Medikamente leicht umgestellt hat (weniger harter Stoff mit geringeren Nebenwirkungen, eine softe Kombi aus zweierlei Pillen, die genauso viel, wenn nicht sogar mehr, Stabilität an dieser Baustelle bringen. Zudem hat Doc Döhler mir ein Attest ausgestellt, das mir bescheinigt, trotz knapp U-60 wegen der chronischen Erkrankung Anspruch auf eine Covid-19- Impfung zu haben. Antrag wurde gestellt, dann zähes Warten auf Post von der Kassenärztlichen Vereinigung mit dem so genannten Impfcode. Leider gab es dann irgendwann eine bürokratisch formulierte Absage vom Impfzentrum Tegel; sehr ärgerlich, wie die Verwaltung in Berlin versagt, dieses Thema abzuwickeln! Seit Neuestem impfen ja nun auch Haus- und Fachärzte, und ich stehe nunmehr auf drei Wartelisten. Daumen drücken! Mit Chance bekomme ich noch im Mai einen Termin.

Erstmals wieder ein Interview

Erstmals seit den verstörenden, teils traumatisierenden Erfahrungen  mit der Berliner Journaille vor zehn Jahren habe ich mich überwunden und auf Anfrage eines befreundeten Journalisten ein Interview zu meiner Situation gegeben. Andreas Kurtz ist Trauerredner und Moderator von Talkshows mit bekannten Kulturschaffenden und  zudem  schreibt er eine allsonntägliche Kolumne für die Berliner Morgenpost unter dem Titel „Die Lebenden und die Toten“, die Grenzerfahrungen von Menschen mit dem Tod zum Thema hat.  Der Artikel, den ich verlinkt habe, liegt hinter einer Bezahlsperre. Wer kein MoPo-Abo hat und keines abschließen möchte, schreibt mir eine E-Mail, und ich sende den Artikel als PDF-Datei zu.

Das war’s auch schon für das erste Quartal 2021.

 

 

 

Blog Dezember 2020

2020, das fiese #Corona-Jahr, für mich eigentlich keine große Änderung zur „normalen“ Situation

Gleich zu Beginn des Jahres ging es ja los, erster Lockdown und so.  Für mich ja eigentlich keine große Änderung, da ich ja ohnehin weitgehend ohne soziale Kontakte und erst recht ohne sinnvolle Beschäftigung bin. Siehe dazu weiter unten der Abschnitt über das endgültige Ende meiner ehrenamtlichen sozialen Tätigkeiten, auch wenn dennoch das „Redaktionsbüro“ weitere neue Aufträge zu verzeichnen hatte, und das fällt ja auch unter Ehrenamt, weil meistens ohne Honorar. Anfang des Jahres hatte ich wegen erneuter depressiver Episoden einen neuen Psychologen konsultiert, der zum einen „nur“ HP-Psych ist und zum anderen so mit den Folgen der #Pandemie sowohl für sich selbst als auch für sein Fortbildungsinstitut war, dass er – höchst unprofessionell – in den Sitzungen mehr über sich und seine Probleme sprach. Also Rollentausch: Ich der Zuhörer und Berater, er der Klient. Deshalb habe ich diesen Quatsch nach knapp vier Wochen abgesagt, zumal ich auch von selbst wieder besser drauf kam und besser schlafen konnte.

Ehrenamtliche Tätigkeiten schlafen ein, nur noch „Redaktionsbüro“

Nicht nur wegen Corona, weil deshalb an Schulen ja wenn überhaupt nur noch alles online geht, ist mein Engagement als Lesepate an der Süd-Grundschule zu Ende gegangen. Der soziale Träger, der dort die Sozialarbeiterin gestellt hatte, ist mittlerweile mit der Schule zerstritten, und ich geriet wohl zwischen die Fronten der beiden Parteien. Nach einem klärenden Gespräch  mit dem Geschäftsführer und dem neuen Ehrenamtskoordinator des Trägers konnten wir dies zunächst klären, und mir wurde angeboten in einer derer Einrichtungen Hausaufgabenhilfe für geflüchtete Kinder und Jugendliche leisten zu können. Auch das war leider ein Flop: Nach meiner erneuten Reha-Kur im Sommer diesen Jahres  (siehe weiter unten)  habe ich nichts mehr von diesen Leuten gehört.

Immerhin läuft mein kleines Büro für Lektorat und Redaktion wissenschaftlicher Arbeiten weiter, das ja auch fast auschliesslich ehrenamtlich. Insofern gibt es zumindest eine kleine Aufgabe, die so etwas wie Sinn ergibt. Zwei Bücher von befreundeten Autoren sowie eine Bachelorarbeit im Fach Kommunikationswissenschaften habe ich erledigen können.

Erneute Reha mit ordentlichen Resultaten

Im Frühjahr 2020  hatte ich einen erneuten Antrag auf eine Kur gestellt, worauf ich ja alle zwei Jahre Anspruch habe. Trotz Corona habe ich einen Platz ergattern können, diesmal in der GLG-Fachklinik Wolletzsee in Angermünde/Brandenburg. Dort gab es einen sehr unterstützenden Neuropsychologen, bei dem und seinen Mitarbeiterinnen ich schöne Fortschritte auf den Gebieten Konzentration und psychischer Belastbarkeit erzielen konnte. Vor dem Hintergrund einiger Probleme mit dem Sehen, insbesondere des Gesichtsfeldes, bei denen nicht klar war, ob diese durch die neurologischen Probleme bedingt waren oder Folgen der diversen Augenoperationen infolge der Kopfverletzungen, hat mich eine Optometristin untersucht und die Anpassung meiner Brillengläser empfohlen. Zurück in Berlin hat der Optiker meines Vertrauens dies erledigt, und das Ergebnis ist 100% Sehkraft korrigiert, also mit Brille. Es geht also ein bisschen voran. Sonst alles wie immer. Außer, dass ich mich initiativ um einen Job als Musikredakteur beworben habe, denn halbe Tage am PC schaffe ich ja wieder, und meine über fast 30 Jahre angesammelten Fähigkeiten und Kenntnisse sollen ja nicht verkümmern, sondern weiterhin leben.

2020-01 erstes Blog des Jahres

Wieder mal an Ostern: Neuigkeiten 2020

Neues Jahr, und alles bleibt anders

In das neue Jahr bin ich traurigerweise mit erneuten seelischen Schwierigkeiten aufgebrochen: Wieder Schlafstörungen und viel Grübeleien. Weil ich das „zwischen den Jahren“ schon habe kommen sehen, konnte ich mich frühzeitig um einen Platz bei einem Institut für Psychotherapie kümmern. Nach einer zermürbenden Wartezeit wurde schließlich ein Therapeut für mich frei. Seit Mitte Januar bin ich dann also wöchentlich nach Schöneberg gefahren, vor Ausbruch der Corona-Pandemie meist mit Bus und U-Bahn, danach – ganz sportlich – mit dem Fahrrad.

Schon nach kurzer Zeit stellte sich jedoch heraus, dass der Therapeut, der auch Leiter des besagten Instituts ist, nicht zu mir und meinen Themen passt. Als dann auch noch die Coronakrise aufkam, drehten sich die Rollen quasi um: Viel zu viel wertvolle Therapiezeit sprach er über die Probleme, die dadurch für ihn und sein Institut entstanden waren, ich fungierte als eine Art Kummerkasten für ihn. Nach intensiver Beratung mit mir selbst sowie telefonisch mit guten Freunden habe ich deshalb entschieden, die Therapie abzubrechen, zumal die geschilderten Beschwerden sich unterdessen verflüchtigt hatten, und ich wieder einigermaßen gefestigt durch meine leeren Tage segeln konnte.

Ehrenamtliche Tätigkeiten ruhen – nicht nur wegen Corona

Nachdem ich im letzten Quartal 2019 wegen eines leichten Fahrradunfalles und damit verbundenen Hüftprellungen längere Zeit pausieren musste, war mit der Koordinatorin der ehrenamtlich Engagierten an der Süd-Grundschule eigentlich verbindlich verabredet, dass sie sich im Januar mit neuen Einsatzterminen für mich mit mir in Verbindung setzen wollte. Dies blieb jedoch kommentarlos aus, so dass ganz offenkundig auch schon vor Aufkommen der Viruspandemie kein Bedarf mehr bestand für mein Engagement. Das stimmt mich natürlich traurig, denn die Aufgabe als Hilfslehrer, der den Unterricht nicht nur mit Leseübungen begleiten durfte, hat mir viel Freude bereitet.

Dafür gab es immerhin schon mehrere kleine Aufträge für das „Redaktionsbüro“, Bewerbungsunterlagen und sogar zwei komplette Bücher, die ich redigieren durfte. Alles natürlich ehrenamtlich oder als Freundschaftsdienst für befreundete Autoren.

Körperliche Gesundheit und Fitness mit kleinen Fortschritten

Die großen „Baustellen“ bleiben zwar unverändert bestehen, vor allem die Epilepsie, die nur mit Medikamenten in Schach gehalten werden kann. Manchmal habe ich das Gefühl, ich lebe nur von morgens um 08.00 Uhr (erste Medikamenteneinnahme) bis zum frühen Abend um 18:00 Uhr (zweite Medikamenteneinnahme) und muss die Zeit dazwischen irgendwie füllen. Sehr positiv ist allerdings die Begegnung mit meiner neuen Physiotherapeutin, die auch Osteopathin ist, und deren Behandlung mir viel Entspannung im Skalp bringt, denn das dortige Gewebe ist ja so eng mit meiner Schädelplastik verwachsen, dass sich die daraus resultierenden Verspannungen bis in den Nacken und fast den ganzen Rücken herunter ziehen.

Ohne besondere therapeutische Maßnahmen darf ich zudem eine nochmalige Verbesserung meines Geruchs- und Geschmackssinns verzeichnen.

Quarantäne und die Folgen

Wie alle Welt bin natürlich auch ich von den aktuell erforderlichen Maßnahmen aufgrund der Covid-19-Pandemie betroffen. „Socially distanced“ bin ich ja ohnehin seit Langem, insofern dran gewöhnt. Oft muss ich denken, dass Du, liebe Leserin und lieber Leser jetzt zumindest eine Ahnung davon bekommst, wie leer und mühsam diese Form des Mit-sich-allein-seins ist, das spätestens seit dem Sommer 2013 meinen Alltag darstellt. Jetzt fallen auch noch die gelegentlichen Reisen nach Kiel oder Hamburg zu Freunden und Familie bis auf weiteres weg. Ebenso die seltene, oftmals einsame Abwechslung durch Kino- oder Theaterbesuche – seit Beginn diesen Jahres bin ich Mitglied beim Verein Kulturvolk e.V., der natürlich durch das eingeschränkte öffentliche Leben auch sehr in Mitleidenschaft gezogen wurde. Kurz bevor die Einschränkungen begannen, habe ich über den Verein immerhin noch ein Konzert von Ulla Meinecke im Schlossparktheater in Berlin-Steglitz erleben können. Stimm- und Sprechtherapie findet aktuell per Videoschalte statt, was erstaunlich gut funktioniert. Auch hier sind kleine Fortschritte zu vermerken, der frühere Versprecherkönig der Nachrichtenredaktion von Radio Schleswig-Holstein lernt nun immer besser, langsam und deutlich Texte zu artikulieren, auch kleine Gesangsübungen gelingen von mal zu mal besser…

BLOG Herbst 2019

BLOG , Oktober 2019  

Zwischenbilanz 2019

Computerlogbuch Nummer Eins der Hampeprise, Sternzeit 2019.10 – Jahr Acht der unendlichen Reise in die Ungewissheit meines zweiten Lebens auf dieser Erde.

Pechsträhne nach schönem Start ins Jahr 2019

Das Jahr Acht nach dem Überfall und seinen fatalen Folgen  begann mit einem Geschenk an mich selbst zu meinem Geburtstag: 14 Tage Urlaub im Club Robinson Jandia  Playa auf Fuerteventura. Am Morgen nach meinem 56. Geburtstag  im Februar ging es los, ab Tegel Airport. Mit familiärer Unterstützung wurde ich sogar direkt zum Flughafen gebracht. Der Flug lief problemlos, seit dem Trip nach Südfrankreich von 2016 bin ich das Procedere bei der Abfertigung mit den Implantaten im Kopf  ja gewohnt. Es wurden schöne zwei Wochen bei angenehm warmem Wetter. „Meine“ Temperaturen: Anfang 20 Grad, dazu ein für Fuerte recht milder Wind. Ein alter Freund aus Kieler Tagen hatte sich spontan entschieden, mit seiner Lebensgefährtin im gleichen Ort ein anderes Hotel zu buchen, so dass wir einiges zu dritt unternehmen konnten, etwa kleine Ausflüge mit deren Mietwagen. Leider war mein Vergnügen getrübt durch eine leichte Infektion der Nasennebenhöhlen, die sich durch die Druckunterschiede bei Start und Landung unangenehm auf die Ohren legte, so dass ich in der ersten Woche wenig hören konnte und viel Zeit bei einem örtlichen Arzt verbracht habe. Mein geplantes Sportprogramm im Club wurde auf etwas Yoga und Wassergymnastik plus einige Joggingrunden am Strand bzw. der Strandpromenade zusammen gestrichen. Zwar hatte ich glücklicherweise eine Reisekrankenversicherung abgeschlossen, aber es dauerte bestimmt zwei Monate, bis ich meine Auslagen für Behandlungskosten und Medikamente schließlich erstattet bekommen habe….

Nach der Rückkehr nach Berlin gab es dann eine unangenehme Überraschung: Als ich am ersten regulären „Arbeitstag“ mein Fahrrad aus dem Keller holen wollte, um damit zur Süd-Grundschule zu fahren, wo ich mein Ehrenamt als Lesepate ausübe, musste ich feststellen, dass es aus dem Keller gestohlen wurde. In mehreren Häusern der Nachbarschaft gab es solche Vorfälle: Eine Bande, die offenbar Zugang zu Haus- und Kellerschlüsseln hatte, hat systematisch Räder aus den Kellern geholt, viele wurden Tage später in einer Seitenstraße aufgefunden, leider war meines nicht dabei; dann der ganze Hassel mit Anzeige mit der Polizei (Internetwache, weil die nächste Polizeiwache in der Gegend erst in Nikolassee ist), Schadensmeldung bei der Hausratversicherung und allem. Zumindest habe ich so eine finanzielle Entschädigung erzielen können, aber das schöne Rad, das mich 25 Jahre lang treu begleitet hatte und in einem hervorragenden Zustand war, ist jetzt futsch. Sechs Wochen später kam eine lapidare Nachricht der Polizei, dass das Ermittlungsverfahren eingestellt sei. Somit war ich zunächst ohne mein wichtigstes Verkehrsmittel. Aber, dann kam eBay-Kleinanzeigen ins Spiel: In Spandau fand sich eine Dame, die das Rad ihres verstorbenen Vaters verkaufen wollte. Nach kurzer Begutachtung und Verhandlung stellte sich heraus, dass es von der Ausstattung her gleichwertig zum gestohlenen war und sogar sehr kostengünstig von mir erworben werden konnte. Mit einer 17 Kilometer langen Fahrradtour von Spandau nach Dahlem habe ich dann meine neue Errungenschaft nach Hause überführt.

Ehrenamtliche Tätigkeiten entwickeln sich weiter

An der Süd-Grundschule habe ich mit dem neuen Jahr in drei neuen zweiten Klassen insgesamt vier Termine wöchentlich, zu denen ich als Lesepate fungiere, was große Freude macht und den Ansatz von etwas Sinn für mich ergibt. Zudem bin ich seit Anfang 2019 als Jugendschöffe am Amtsgericht Tiergarten tätig – obwohl: bislang gab es noch keinen Verhandlungstermin, zu dem ich berufen wurde. Dafür habe ich mich gleich bei der ersten Versammlung im Januar in das Gremium der „Schöffenvertretung“ wählen lassen. Das bedeutet, das ich zwei weitere Termine mit den beiden anderen Vertretern und einem Richter wahrgenommen habe, und ansonsten anderen Schöffen per E-Mail zur Beratung über Sachverhalte zur Verfügung stehe, von denen ich bislang nur gelesen habe. Eigene Erfahrungen als „Laienrichter“  bleiben also noch aus und können beim nächsten Blog-Beitrag unter Umständen Thema werden.

Gesundheitlich: Stagnation

Leider ist zum Thema „Zustand nach SHT 3°“ nichts Neues zu berichten, ausser dass sich die Symptome tendenziell verschlimmern. Bei der letzten, quartalsmäßigen Konsultation meines Haus- und Hof-Neurologen bemerkte dieser nur lapidar, ich würde mich wohl an gewisse Handicaps gewöhnen müssen… Über etwas mehr psychologisches Feingefühl und möglicherweise sogar positiven Zuspruch hätte ich mich dann schon mehr gefreut. Naja, also eifrig weiter sich über die kleinen Dinge freuen und so… Obwohl: ganz aktuell hat sich wieder eine kleine Hoffnung aufgetan: Mein neuer Hausarzt, den ich durch eine glückliche Fügung nach einem kleinen Unfall mit Prellungen an der Hüfte aufgetan habe, hat eine Zusatzausbildung in Akupunktur – was mir mal von einem der vielen Gutachter im Auftrag des LaGeSo als probate Methode gegen die brennenden, neuropathischen Schmerzen besonders in der linken Hand empfohlen worden war. Bislang hatte ich allerdings nur wenige Ärzte gefunden, die das Ganze auch nur privat abrechnen konnten; Dr. Neise dagegen macht es aufgrund seiner Fortbildungen auch über die GKV. Außerdem ist seine Praxis 20 Minuten zu Fuß von mir entfernt, im Gebäude des Sport-Gesundheitsparkes, wo ich auch meinen wöchentlichen Rehasport betreibe…. Doch damit ist bis auf  Weiteres auch Pause, denn die Prellungen sind ganz schön hartnäckig.

Redaktionsbüro Stephan Hampe

Angebot Lektorat/ redaktionelle Überarbeitung Deiner/ Ihrer wissenschaftlichen Arbeit oder Bewerbungsunterlagen/ Übersetzung von Geschäftskorrespondenz aus dem Englischen ins Deutsche

Ich biete dies ehrenamtlich an,  gegen eine freiwillige Spende oder ein kleines Honorar.  Außerdem biete ich Übersetzung von Geschäftskorrespondenz aus dem Englischen.

  • Die Idee: Es gibt professionelle Lektorats-Angebote, die auf Zeilenbasis abrechnen; dies scheint mir aber für eine*n durchschnittliche*n Studierende*n unerschwinglich. Als Geschäftsführer und Programmdirektor habe ich etliche Menschen als Mitarbeiter auf allen Karrierestufen eingestellt und kenne mich daher auch gut damit aus, wie wirkungsvolle Bewerbungsunterlagen aussehen.
  • DasAngebot: Wir treffen uns zum Kennenlernen,  besprechen den Inhalt (für den der/die Kund*in vollständigselbst verantwortlich bleibt). Ich erhalte den Text als Word-Dokument, redigiere ihn in Bezug auf Orthographie, Interpunktion, Grammatik, Form und Stil. Auch, wenn es um treffendere Formulierungen oder Verständnis-fragen geht, gebe ich entsprechende Anregungen. Darüber hinaus korrigiere ich bei Bedarf das korrekte wissenschaftliche Zitieren. Das Ergebnis diskutieren wir gemeinsam.
  • Gegenleistung: Studierende geben, was sie können bzw. was ihre Wertschätzung für diese Dienstleistung ausdrückt (Einladung zum Essen, Kaffeetrinken, Flasche Wein, …). Mit anderen Kunden wird ein Pauschalpreis vereinbart, der meinen zeitlichenAufwand berücksichtigt.

Mein beruflicher und persönlicher Hintergrund:


Diplom-Volkswirt an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel 1992, währenddessen und danach 25 Jahre berufstätig in leitenden Positionen als Journalist, vornehmlich im privaten Hörfunk, aber auch frei für Zeitungen. Nach schweren Verletzungen infolge eines gewalttätigen Überfalls im Jahr 2011 (SHT3°) bin ich zu 70 % schwerbehindert und deshalb vorzeitig im Ruhestand. Im Sommersemester 2017 der Versuch,  an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) das Fach ‚Soziale Arbeit’ zu studieren.  Abbruch, nachdem ich feststellen musste, dass ich zum einen noch nicht wieder voll belastungsfähig bin, zum anderen, dass das Fach mir nicht so liegt, wie ich gehofft hatte. Derzeit viel ehrenamtliche Tätigkeit im sozialen Bereich (Nachbarschaftshilfe, Lesepate an einer Grundschule, Nachhilfe für einen jugendlichen Geflüchteten, ab 2019 auch Jugendschöffe am Amtsgericht Tiergarten). Nach dem einen Semester an der EHB habe ich ein redaktionelles Projekt für eine Geflüchteten-Einrichtung übertragen bekommen und erfolgreich abgewickelt.

Ich verfüge über jahrelange Erfahrung mit wissenschaftlicher Arbeit sowie als Journalist bzw. Redakteur.

Als Berater habe ich mehrfach eigene Marktforschungsstudien und medienwissenschaftliche Analysen in Umfang und Form von Master- bzw. Diplomarbeiten angefertigt. Insofern bin ich also kompetenter Partner für die Durchsicht bzw. Überarbeitung einer schriftlichen Arbeit. Durch das erste Semester an der EHB habe ich auch die dortigen bzw. aktuellen formalen Anforderungen an Haus- bzw. Bachelorarbeiten kennenlernen können.

Berlin, im Januar 2019

BLOG Herbst 2018


Sieben Jahre geschafft!


Fast genau ein halbes Jahr nach dem ersten Blogeintrag des Jahres 2018 darf ich heute meinen zweiten Geburtstag feiern (immer am 1. November, dem Jahrestag des Wiederaufwachens aus dem Wachkoma). Den Jahrestag des Überfalls am 18.11. habe ich mit mir  allein, ohne viel Aufhebens,  hinter mich gebracht.

Die erneute Einladung zum Geburtstag des Bekannten, den ich an jenem Abend ja auch besucht hatte, habe ich ausgeschlagen. Zwar wäre das angenehme Gesellschaft gewesen, aber dieses Datum ist doch mit zu viel Düsternis behaftet, da mochte ich nicht einfach auf eine Cocktailparty in Wannsee gehen.

„Über sieben Brücken musst Du gehen“

….. so hat es Helmut Richter für das Lied von Karat gedichtet, das später von Peter Maffay auch im Westen Deutschlands populär gemacht wurde. Die „sieben dunklen Jahre“ habe ich nun auch hinter mich gebracht, vom in Aussicht gestellten „hellen Schein“ ist allerdings immer noch nicht viel zu sehen.

Zwei Leben in einem

Es ist schon mehr als seltsam, quasi surreal, zwei Leben in einer Inkarnation zu leben. Vielfach werde ich, besonders von alten Weggefährten und Kollegen, mit meinem Beruf und meinen Fähigkeiten (Musik) von früher identifiziert. Von beidem ist bitter wenig übrig, und damit fühlt sich dieses Leben eben nicht mehr so lebendig an. Nur in einigen wenigen Projekten, zum Beispiel der im letzten Blogeintrag erwähnten Musikanalyse für einen Schweizer Radiosender, konnte ich daran anknüpfen. Etwas Vergleichbares, völlig Neues, als Aufgabe zu finden, ist mir bisher noch nicht  gelungen.  Das eine Semester Studium war ein zarter Versuch in diese Richtung, doch davon blieb lediglich das „Redaktionsbüro“. Die im Frühjahr beschriebene erste ehrenamtliche Überarbeitung der Hausarbeit einer brasilianischen Studentin wurde mit 1,7 benotet, und wir haben uns hinterher in der Mensa der EHB auf einen Kaffee getroffen, um das Ergebnis zu feiern. Als „Honorar“ für meine Bemühungen gab es eine Flasche Weißwein und eine Packung Pralinen. Und – wie es der Zufall wollte – den nächsten studentischen Klienten. Bei dem Kaffee-Rendezvous stieß ihr Dozent dazu, der gerade auch in der Mensa Pause machte, und zehn Minuten später stellte er mir einen jungen Syrer vor, der bei ihm im Seminar saß, und dessen erste Hausarbeit anstand. Zack, nächster Auftrag. Jetzt habe ich auch einiges über  „Erlebnispädagogik in der offenen Kinder- und Jugendarbeit“ (so der Titel der Arbeit) gelernt , Ergebnis: Note 1,3 für Sameh, das Treffen dazu steht noch aus…..

Darüber hinaus eigentlich nur noch die ehrenamtliche Arbeit in der Süd-Grundschule. Nach den Sommerferien traten mit den neuen Schülern in der Willkommensklasse allerdings Schwierigkeiten auf, denn deren Deutschkenntnisse sind so ungenügend, dass sie mich schlicht nicht verstanden haben. Erst recht eine Unterstützung beim eigenen Erfassen deutscher Texte war ein Ding der Unmöglichkeit. Aber die Sozialarbeiterin der Schule hat mir relativ schnell eine neue Aufgabe übertragen können: Hausaufgabenhilfe in einer Freistunde am Mittwochmittag, dazu kommt nach den Herbstferien eine neue Klasse, mit der ich wieder Texte erarbeiten können werde. Das sind zwei Tage in der Woche, die mich allerdings trotz aller weiterhin bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen keinesfalls auslasten.

Die kleinen „milestones“: Beispiel Autofahren

Bei all der Stagnation habe ich in der ersten Jahreshälfte auch einige Fortschritte erzielen können: Kurz nachdem mein Töchterchen im Frühjahr in ihre erste eigene Wohnung gezogen war, kam ihre Bitte, eine Bohrmaschine auszuleihen. Entgegen der ersten Idee, mit der BVG nach Moabit zu fahren, entschied ich mich kurzerhand für einen BMW von DriveNow (den Account dazu hatte ich mir vor einigen Jahren, kurz vor einem der letzten epileptischen Anfälle, besorgt aber noch nie benutzt). Da der letzte Anfall nunmehr drei Jahre her ist, hatte ich mir zunächst im Januar diesen Jahres eine Fahrstunde genommen, bei einem richtigen Fahrlehrer, so dass ich sicher gehen konnte, alles noch zu beherrschen – denn immerhin habe ich ja seit Mitte 2011 kein Kraftfahrzeug mehr eigenständig nutzen können. Eins nach dem anderen: Fahrtstunde im Januar also unproblematisch, erste eigene Fahrt im Juni dann auch easy: Nachdem ich mit telefonischer Unterstützung von einer DriveNow-Mitarbeiterin die Kiste in Gang bekommen hatte, führte mich das eingebaute Navi nicht wie gedacht über städtische Straßen von Dahlem nach Moabit, sondern natürlich auf der kürzesten Verbindung über die Stadtautobahn. Auch das hat der kleine Stephan aber bravourös gemeistert. Am Ende noch mal eine kleine Komplikation: Da es meine erste Nutzung des Carsharing gewesen ist, war mir nicht bewusst, dass und wie ich mich am Ende der Fahrt abzumelden habe. Habe die Kiste einfach vor meiner Wohnung auf einen freien Parkplatz gestellt. Bis etwa eine Stunde später eine SMS kam: Ob es gewollt sei, dass ich meine Fahrt so lange unterbreche?! Dann schnell die Benutzungsbedingungen gecheckt, und alles korrekt beendet. Der Schreck kam dann mit der Rechnung: Durch eine Stunde auf dem Parkplatz vor meiner Tür sollte der Spaß 40,00€ kosten! Aber mit einer E-Mail, in der ich meine Situation und Unerfahrenheit schilderte habe ich eine Halbierung der Kosten aus Kulanz erzielen können.

Die Frustrationsmomente: Pseudo-Heiler*innen und Scharlatanerie

Trotz aller kleinen Fortschritte bleiben natürlich die Behinderungen und Beschwerlichkeiten infolge des „Zustand nach SHT3°“, wie meine chronische Krankheit offiziell genannt wird. Und deshalb springe ich auf neue Behandlungsmöglichkeiten an. Zum Beispiel, als mir eine Physiotherapeutin während der Behandlung meines verklebten Skalps ihre Ärztin in Mitte empfahl, die „Neuraltherapie“ anbietet. Darüber hatte ich schon mal im Netz gelesen, und sie erschien mir zunächst auch durchaus irgendwie plausibel, zumal es um die Aktivierung neuronaler Verknüpfungen zu gehen schien. Als ich dann auch noch erfuhr, dass die Allgemeinärztin ihre Sprechstunden über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen würde und lediglich die mittels Spritzen zugeführten Medikamente selbst zu zahlen seien, habe ich die Dame ein paar Mal konsultiert. To cut the long story short: Es hat überhaupt nichts gebracht. „Neuraltherapie“ spritzt ein lokales Anästhetikum in Bereiche, wo die Ärztin so genannte „Störfelder“ zu identifizieren glaubt (in diesem Fall durch kinesiologisches „Testen“)  – Eine Wirkung ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Zudem wollte mir Madame eine Reihe von vermeintlichen Lebensmittelunverträglichkeiten andichten (ebenfalls kinesiologisch „ertestet“), um weitere Behandlungen zu erwirken. Als eine Vertretungsärztin bei einem weiteren Termin mit genau derselben Methode herausfand, dass dies alles nicht stimmt, habe ich angefangen, meinem Körper und meinen eigenen Erfahrungen zu trauen (Kuhmilch- wie Sojaprodukte vertrage ich hervorragend, überhaupt ernähre ich mich ausgewogen und gesund) und die „Behandlung“ dort abgebrochen.

Charité rulez!

„Heiler“ etc. hin und her, diebesten Erfahrungen habe ich in den vergangenen sieben Jahren mit der Schulmedizin, insbesondere den Künstler*innen der Charité im Campus BenjaminFranklin (CBF) in Steglitz in Verbindung mit meinen Selbstheilungskräften gemacht.Aus diesem Grund ist es mir ein besonderes Anliegen gewesen, mich an einemProjekt von Professor Jüttemann vom Institut für die Geschichte der Medizin derCharité  aus Anlass des 50jährigenJubiläums des CBF zu beteiligen. Mit seinen Studierenden dokumentiert er Erfahrungen ehemaliger und aktueller Mitarbeiter und eben Patienten. Dazu habe ich mich Anfang Juni mit zwei Studentinnen für ein Interview und Fototermin im CBF getroffen. Der Clou: Da, wo ich vor sieben Jahren mit Notarztwagen hingefahren worden bin, konnte ich diesmal allein mit dem Fahrrad hinfahren.Deshalb zeigen die Fotos mich mit Rad und Helm (sic!) vor der Notaufnahme. Kürzlich, im Oktober, wurde die Ausstellung im Südfoyer des CBF eröffnet, und  auch dazu bin ich wieder mit dem Fahrrad hingefahren.

Blog 2018 Frühjahr

BLOG  Frühjahr 2018 – Neuigkeiten

Nach Rückschlägen: Aufstehen und Krone richten

Nach der eher frustrierten bzw. frustrierenden Jahresbilanz 2017 lässt sich 2018 ganz erfreulich an

Erste kleine Aufgaben

Lektorat und redaktionelle Überarbeitung wissenschaftlicher Arbeiten

Aus dem zuletzt beschriebenen redaktionellen Job im sozialen Bereich entstand im neuen Jahr die Idee, dort wieder anzusetzen:

Über meine kurzzeitigen Dozenten an der EHB sowie über ‚meinen’ Semestersprecher habe ich meine Dienste als Lektor und Redakteur für wissenschaftliche Arbeiten angeboten, auf Spendenbasis, das heißt, als Gegenleistung wird lediglich vereinbart, was der- oder diejenige geben kann bzw. was seine bzw. ihre Wertschätzung ausdrückt, etwa eine Einladung zum Kaffee oder Essen oder eine Flasche Wein. Schnell fand sich eine erste Klientin, für die ich zwei Hausarbeiten überarbeitet habe. Die Brasilianerin hat in ihrer Heimat bereits in einem anderen Fach einen Bachelor-Abschluß erworben, ist aber durch Sprachschwierigkeiten in ihrer neuen Heimat Deutschland zunächst etwas gehandicapt. Inhaltlich – soweit ich das beurteilen kann – waren die Arbeiten exzellent, aber es gab einiges an Orthografie, Interpunktion und Grammatik zu bereinigen. Zudem hier und da treffendere, alternative Formulierungen in die Texte eingebracht und Hinweise auf korrektes Zitieren gegeben, also klassisches Lektorat. Die Klientin ist happy und dankbar, hat die Arbeiten eingereicht und ist zunächst auf Urlaub in die alte Heimat geflogen. Jetzt warten Autorin und Lektor gespannt auf die Ergebnisse und werden diese dann bei Kaffee und Kuchen gemeinsam feiern.

„Redaktionsbüro Stephan Hampe“

Nachdem ich diese Dienste auch bei „nebenan.de“ angeboten hatte, kamen zwei etwas größere Aufgaben dazu: Zunächst die Bachelorarbeit einer Kolumbianerin an der Technischen Universität; ihre Freundin hatte als Freundschaftdienst die Überarbeitung übernommen, dann aber wegen starker Beschäftigung mit ihren Kindern die Aufgabe an mich weiterdelegiert.

Schließlich kam noch, ebenfalls über „nebenan.de“, eine Anfrage, geschäftliche Korrespondenz zu Redigieren und ins Englische zu übersetzen. Zack, nächster Auftrag.

Neuropsychologisches Training mit positivem Nebeneffekt

Die ganze Geschichte stellt aus meiner Sicht eine klassische Win-Win-Situation dar: Ich trainiere mein angeschlagenes Gehirn, für die „Kunden“ ist es eine echte Dienstleistung, für die ich sogar kleine Kompensation bekomme. Im Effekt habe ich dadurch geschafft, wieder halbe Tage konzentriert am Schreibtisch und mit dem Rechner zu arbeiten; Konzentrationsfähigkeit und Ausdauer steigen also, für mich ein weiterer Heilungsschritt.

Lesen und lesen lassen

Wie im letzten Blogeintrag schon angekündigt, habe ich mein ehrenamtliches Engagement weg von der Nachbarschaftshilfe für betagte und teils gebrechliche Menschen gewechselt hin zu einer Tätigkeit für junge Menschen: Seit Januar bin ich Lesepate in einer Willkommensklasse der Süd-Grundschule hier in Zehlendorf. Auch hier Win-Win: Ich trainiere meine angeschlagene Stimme (die ja weiterhin auch logopädisch behandelt wird), und für die Lehrerin bin ich eine Unterstützung und Bereicherung ihres Unterrichtes, wie sie mir jedenfalls zurückmeldet (denn es geht ja nicht nur ums Vorlesen, sondern auch darum, den Kindern unter anderem das Lesen beizubringen). Und das Feedback der fünf- bis siebenjährigen Kinder ist auch großartig und vermittelt mir viel Lebensfreude.

 

Fortbildung im „Schulfach Glück“: War dann wohl doch nichts

Die im letzten Blogeintrag erwähnte Möglichkeit, an der Lehrerfortbildung zum Thema „Glück“ hier in Berlin teilzunehmen, hat leider nicht geklappt. Am Ende war es wohl so, dass der Leiter des Instituts in Heidelberg eine Zusage gemacht hatte, die sein Mitarbeiter hier in Berlin nicht einhalten konnte oder wollte. Jedenfalls fiel dieser aus allen Wolken, als ich ihn am Tag vor dem ersten Seminar anrief – er war gar nicht über meine Teilnahme informiert worden. Kommunikationsfehler. Schade. Also mache ich mich weiterhin selber glücklich.

 

Gesundheitliche Entwicklung

Neue Medikation und neue Therapien

Nachdem die ja seit nunmehr zwei Jahren bestehenden, zusätzlichen Beschwerden in Form von neuropathischen Schmerzen in den Körperregionen, die eigentlich „nur“ taub geblieben sind („residuelle Hemiparesen“) im letzten Herbst vergeblich mit einem speziellen Medikament zu behandeln versucht worden waren, startete im Januar ein weiterer Versuch mit einem anderen Medikament. Zusätzlich manuelle Therapie („KGZNS“ = Krankengymnastik für das zentrale Nervensystem) für den immer noch unter unangenehmem Spannungsgefühl leidenden Skalp. Mutmaßlich sind die Faszien verklebt, das Gewebe hält sich extrem an dem künstlichen Knochen (CAD-Plastik) fest, was teils immer noch Kopfschmerzen verursacht. Die Physiotherapeutin, die nun regelmäßig meinen Skalp massiert, empfahl mir eine Ärztin in Berlin-Mitte, die Neuraltherapie anbietet. Diese Therapieform ist durchaus umstritten, aber vielfach wird auch von guten Erfolgen berichtet, insbesondere bei Beschwerden, wie ich sie immer noch infolge des Schädelhirntraumas habe. Alles zusammen macht mir große Hoffnung, dass es weitere Heilung geben wird. Allein die Tatsache, dass sich die Konzentrationsfähigkeit so fühlbar verbessert hat (siehe oben), zweigt mir, dass es konkrete Schritte gibt.

 

 

Blog Jahreswechsel 2017/18

Ernüchterung: Stagnation und Rückschritte

Wie gerne würde ich hier regelmäßig über kontinuierliche Fortschritte berichten können! 2017, das für mich so hoffnungsvoll begann, brachte leider viel Enttäuschungen und Stagnation

Soziale Arbeit an der EHB

Leider stellte sich heraus, dass der Traum vom erneuten Studium doch nur ein Traum bleiben musste. Als Ergebnis des ersten Semesters mit einigen Exkursionen unter anderem in eine Flüchtlingsunterkunft und in Kombination mit frustrierenden Erfahrungen im Rahmen meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Nachbarschaftshilfe habe ich festgestellt, dass das Feld der „Sozialen Arbeit“ im Allgemeinen offenbar nicht das Richtige für mich ist. Unabhängig davon, dass es völlig ungewiss ist, ob ich jemals wieder beruflich tätig werden kann, nehme ich mir die Schicksale und Probleme der Menschen, mit denen ich zu tun habe, so sehr zu Herzen, dass mich das selbst belastet. Anders ausgedrückt: Mir fehlt die erforderliche professionelle Distanz zu meinen potenziellen Klient*innen. Mit dieser Erkenntnis habe ich schweren Herzens das Studium nach einem Semester abgebrochen. Ein Wechsel an die FU ins Fach Erziehungswissenschaften (in der Erwachsenenbildung) ist aus formalen Gründen leider nicht gelungen (im Ablehnungsbescheid war von „ungünstigem Rangplatz auf der Liste der potenziellen Zweitstudenten die Rede).

Kleine Aufgaben finden sich

Unabhängig davon ist es mir im September gelungen einen kleinen redaktionellen Job zu übernehmen, bei dem ich sogar einige Kenntnisse aus dem einen Semesterchen „Soziale Arbeit“ einbringen konnte: Es ging um die redaktionelle Überarbeitung der Selbstdarstellung einer Einrichtung zur Unterstützung von Geflüchteten… Darüber hinaus durfte ich einer Hamburger Freundin, die gebürtige Iranerin ist und ein Musterbeispiel für gelungene Integration bei ihrer Bewerbung um eine Aufgabe als Koordinatorin ehrenamtlicher Helfer für Geflüchtete unterstützen. Auch das eine Kombination meiner redaktionellen Kenntnisse und Fähigkeiten aus meinem „ersten Leben“ mit dem Wissen und den Erfahrungen aus einem Semester „Soziale Arbeit“…

Erster Urlaub inklusive Flugreise seit“dem“

Im September ergab sich die Möglichkeit für einen ersten, bescheidenen Urlaub seit 2011. Zehn Tage Yoga und Wandern in Südfrankreich zu einem erschwinglichen Preis. Leider stellte sich heraus, dass die Veranstalterin eben auch nur Hobby-Yogi ist, jedenfalls offenbar keine Ausbildung zur Yogalehrerin hat. Zudem brach sich die Gute in der ersten Nacht einen Zeh, so dass auch die von ihr geführten Wanderungen weitgehend ausfallen mussten. Wir waren lediglich drei Teilnehmer aus Berlin und Brandenburg und haben uns dann selbst ein Wanderprogramm auf die Beine gestellt. Kleine Anekdote am Rande: Ich erinnerte mich, dass nach Aussagen der Ärzte an der Charité ein Flug mit den Implantaten in meinem Kopf grundsätzlich kein Problem sei. Lediglich wegen des VP-Shunts sei einiges zu bedenken und organisieren. Dieses System wird nämlich gesteuert über ein Ventil, dass mittels eines Magneten von außen eingestellt wird. Was genau zu bedenken war, fiel mir nicht gleich ein. Und so schrieb ich zwei Tage vor dem Abflug eine E-Mail an die Charité, die innerhalb weniger Stunden offenbar von Prof. Vajkoczy persönlich ins Smartphone getippt worden war: „Problemlos – Shuntpass dabei haben – guten Flug!“.

Und genauso funktionierte es: Bei der Abfertigung ein Sprüchlein aufgesagt (auf Französisch: „Je ne peut pas être scanné parce que je porte un implant“), den entsprechenden Ausweis präsentiert, und dann wurde eine Leibesvisitation anstelle des elektronischen Durchleuchtens durchgeführt. Trotz aller Probleme mit der Organisatorin eine gelungene Reise bei schönem, spätsommerlichem Wetter in der Gegend um Toulouse.

Therapien und körperliche Verfassung

Auch wenn es körperlich nach wie vor schwierig ist, mit Nervenschmerzen an den Stellen, die eigentlich „nur“ taub geblieben waren, bin ich weiter eifrig beim Rehasport unterwegs mit wöchentlich zwei Besuchen in der „Muckibude für Versehrte“. Außerdem klappt es auch mit dem Joggen wieder gut. Im Sommer habe ich erstmals die Alster in Hamburg umrundet (Innen- und Außenalster), in Berlin schaffe ich mittlerweile eine ähnliche Distanz um Schlachtensee und Krumme Lanke. Und gewandert wird viel. Neben den Tagen in Südfrankreich auch hier in Berlin und Brandenburg mit einer netten Gruppe, die ich über nebenan.de gefunden habe. Gerade am letzten Sonntag ging es 21 Kilometer von Spandau den Havelhöhenweg hinunter nach Zehlendorf.

Aussichten 2018

Ehrenamt umgestellt

Nach den oben erwähnten unschönen Erfahrungen mit älteren Menschen in der Nachbarschaftshilfe (zumeist Damen) hat sich eine andere Möglichkeit ergeben, mich ehrenamtlich einzubringen: Seit Januar 2018 bin ich Lesepate in einer Willkommensklasse der Süd-Grundschule hier in Zehlendorf. Schon nach dem ersten Einsatz wurde deutlich, dass ich einerseits eine echte Unterstützung dort bin und zweitens, dass mir die Tätigkeit Freude bringt, weil von den kleinen Menschen ungeheuer viel Positives zu mir zurück kommt.

Glück als Kompetenz

Dies führt unmittelbar zu meinem nächsten Projekt: Ab Februar werde ich an den Fortbildungsseminaren für Lehrer und Lehramtsstudenten in „Glück als Schulfach“ teilnehmen dürfen. Die Anregung dazu kam einerseits von einer alten Kieler Freundin, die als Grundschullehrerin selbst damit arbeitet. Als dann der Berliner Tagesspiegel darüber berichtete, dass dieses Fach nun auch an Berliner Schulen eingeführt werden solle, habe ich mich mit dem federführenden „Institut für Persönlichkeitsentwicklung“ in Verbindung gesetzt. Nach kurzem E-Mail-Austausch war ein Telefontermin mit dem Leiter Dr. Ernst Fritz-Schubert vereinbart. Ich habe ihm von meinem Schicksal berichtet und der positiven, optimistischen Weise, in der ich damit umgehe (Stichwort: offenbar ausgeprägte Resilienz) und mich zumindest als Gesprächspartner angeboten. Daraus wurde eine Einladung, an den Seminaren teilzunehmen, die ab 10. Februar 2018 in Räumlichkeiten der Humboldt-Universität durchgeführt werden. Voilà!

 

Blog zur Jahreswende 2016/17

Bilanz 2016

Nach den schönen und ermutigenden Erlebnissen im Sommer bei Kieler Woche und RSH-Jubiläum ging es weiter mit Schleswig-Holstein.

Kur in Damp: positive Erlebnisse und abschreckende Erfahrungen, was das Gesundheitssystem in diesem Bereich angeht.

Nachdem sich in der ersten Jahreshälfte meine neurologischen Beschwerden etwas verschlimmert hatten, bin ich mit Hoffnung in die neurologische Abteilung der Heliosklinik im Ostseebad Damp gefahren. Ein Aufenthalt mit Hindernissen, was schon mit der Beantragung begann: Eigentlich hatte ich mir eine spezialisierte Neuro-Klinik in Sankt Peter Ording an der Westküste meines Heimatlandes ausgesucht. Diese war aber nicht beim LaGeSo „gelistet“. Da der Kostenträger in meinem Fall nun mal das Landesversorgungsamt Berlin ist, wurde ich also Damp zugeteilt. Mit positiven wie negativen Konsequenzen: Schön waren die Besuche von Freunden aus Kiel und Hamburg, die mir das Dasein in dem gewöhnungsbedürftigen Kur-Apparat versüßten.

Einblicke ins konzentrierte Gesundheitssystem

Wie erwähnt, war ich also der Heliosklinik Damp zugeteilt worden. Die Qualität der Einrichtung habe ich als äußerst inhomogen erlebt. In meinem speziellen Fall ließ die Abstimmung zwischen Organisation/Verwaltung und Ärzten arg zu wünschen übrig. Die Verwaltung hatte mir vorab ein so genanntes „Komfort“-Zusatzpaket verkauft, welches Sauna- und Schwimmbadbenutzung, Zimmer mit Meerblick, WLAN und noch einige Kleinigkeiten ermöglichen sollte, Preis: stolze 399,00 €. Da ich einen Monat lang keine Kosten für Nahrungsmittel haben würde, habe ich mir das geleistet. Vor Ort dann aber Frust: Nachdem der erste Arzt noch unter anderem noch „Neurogruppe Schwimmen“ in den Therapieplan eingebaut hatte, wurde diese nach Arztwechsel nicht nur gestrichen, sondern jeglicher Aufenthalt in Sauna oder Schwimmhalle aus „versicherungstechnischen Gründen“ verboten. Grund: Die (vorab bekannte, weil in dem entsprechenden Fragebogen angegebene Epilepsie, deren letzter Anfall bei Beginn der Kur schon fast ein Jahr zurück lag). Der Versuch, vor Ort einen Teil des bereits bezahlten Zusatzpaketes zu stornieren, scheiterte an der Bürokratie der Klinik (hinterher habe ich nach aufwändigem Briefwechsel dann doch noch die Hälfte der Kosten erstattet bekommen…). Der Aufenthalt in Damp war unterm Strich ein sehr sportlicher, vierwöchiger Urlaub an einem schönen Ostsee-Spot. Positiv zu nennen sind die überwiegend engagierten und professionellen Therapeuten und Therapeutinnen. Geprägt allerdings auch von miesepetrigen Mitpatienten, die sich vorzugsweise über ihre Krankheiten und das Wetter unterhalten wollten. Weiters Thema war oft das lausige Essen. Man stelle sich vor: Das Essen für alle Helioskliniken Deutschlands wird wohl zentral in München zubereitet, von dort per Flugzeug in die jeweiligen Einrichtungen verschickt und vor Ort lediglich aufgewärmt. An den Frühstücks- und Abendessenbüffets alles voller in Plastik verpackter Aufstriche etc., was Berge von Müll erzeugt. Von Nachhaltigkeit kann hier also in mehrfacher Hinsicht nicht die Rede sein. Zurück zuhause hatte ich mehrere Arzttermine, sowohl bei meinem Neurologen als auch bei meinem Orthopäden: Beide berichteten, dass der Helios-Konzern gerade unterwegs ist, und Praxen zu Dumpingpreisen Übernahmeangebote macht, um in dem so genannten „ambulanten Markt“ Fuß zu fassen. Der Klinikmarkt ist schon besetzt, wohl auch durch intensive Lobbyarbeit bei den Kostenträgern (s.o.). Wer wundert sich da noch über die Ineffizienz unseres Gesundheitssystems?!

Herbst: Konsolidierung und Pläne schmieden

Zurück in Berlin habe ich erstmal einige Wochen gebraucht, um mich von den Strapazen der Kur zu erholen (verkehrte Welt!)

So langsam ergaben sich jedoch nach und nach einige Chancen, und ich begann, Pläne zu machen. Zwar bin ich von Arbeitsfähigkeit aus gesundheitlichen Gründen weit entfernt, aber es zeichnen sich zumindest einige Betätigungsfelder ab.

Radio-Promotion

Ein Freund aus alten Radiozeiten fragte an, ob ich nicht für den jungen Berliner Singer/Songwriter Martin Goldenbaum ein bisschen mit meiner Radioerfahrung tätig sein könnte. Ein erstes Kennenlerntreffen verlief positiv, der Eindruck des Materials erschien mir viel versprechend, und im Januar wird es das erste Treffen mit seinem Produzenten, seinem Label und mir geben, bei dem wir gemeinsam überlegen, wie wir daraus etwas machen können. Alles auf dem Level, was ich konzentrations- und kräftemäßig so schaffen kann, also sehr eingeschränkt.

Marketing und Kommunikation

Ein weiteres Projekt, ebenfalls honorarfrei und auf Mini-Level ist die Unterstützung meines Freundes Dag bei seiner neuen Selbstständigkeit als Möbeldesigner, hier werde ich im neuen Jahr ebenfalls ein bisschen mit einer Facebook-Auftritt sowie ein bisschen Pressearbeit einsteigen.

Studium, nun doch

Nach zwei vergeblichen Versuchen an FU und UdK hat sich nun doch etwas gefunden: Ich habe mich zum Sommersemester 2017 an der Evangelischen Hochschule Berlin (EHB) für das Studium „Soziale Arbeit“ beworben, was sogar in Teilzeit absolviert werden kann. Alle Unterlagen inklusive Motivationsschreiben und Härtefallantrag sind eingereicht, Frist ist bis 15. Januar 2017, Start wäre dann ab Frühjahr. Selbst wenn ich – wie abzusehen – nicht wieder Vollzeit werde arbeiten können, werde ich versuchen, die dort erworbenen Kenntnisse bei ehrenamtlicher Arbeit einsetzen.

Blog Sommer 2016

BLOG , Sommer 2016

Sommer in der alten Heimat

Mein Sommer findet diesmal überwiegend in Schleswig-Holstein statt. Auftakt war wie in jeder letzten vollen Juniwoche die Kieler Woche in der alten Heimat. Diesmal ungewöhnlich sonnig, gar nicht das schon fast traditionelle Schietwetter. Sogar ein kleiner Segeltörn mit dem alten Musiker-Kollegen und Facebook-Buddy Harry Ketzschmar bei sanfter Brise war dabei (siehe Foto).

Jubiläum I: 30 Jahre Tiffany.

„It’s just a jump to the left…“ – I did the Time Warp again

Höhepunkt der Kieler Woche war für mich definitiv das Jubiläumskonzert „meiner“ Band Tiffany. Am 26. Juni 1986 waren wir erstmals im Musikzelt des Kulturamtes (seinerzeit noch gesponsored von Radio Schleswig-Holstein und allseits bekannt als R.SH-Musikzelt) in der „großen Besetzung“ aufgetreten. Zum Jubiläum kamen zu der aktuellen Besetzung noch eine Reihe Ehemaliger dazu. Und sogar ich selbst war doch tatsächlich wieder in der Lage, bei einigen Songs etwas Akustikgitarre und hier und da eine zweite Stimme beizutragen! Das sehe ich als ersten Erfolg von Musik- und Stimmtherapie an.

Drei Monate Vorbereitung an Gitarre und Gesang, und dann leider gepatzt.

In Vorbereitung diese Auftrittes hatte ich drei Monate lang geübt und meine Stimme sowie den Gitarrenpart eines Revival-Stückes aus den 1990er Jahren vorbereitet. Mein persönliches Highlight: Das Heraushören der Harmonien bereitete mir keinerlei Schwierigkeiten; vor dem Hintergrund des subjektiv weitgehenden Verlustes meiner Musikalität infolge meiner Hirnverletzungen hatte ich befürchtet, diese Fähigkeit verloren zu haben…

Allerdings: Kurz bevor „mein Lied“dran war, musste ich zur Toilette und habe mich backstage mit Nina, der Frau von Keyboarder Jan, verquatscht. Als mitten in unserem Gespräch von der Bühne her das Intro des Songs erklang, bin ich schnell wieder zurück gelaufen, konnte aber lediglich noch zwei oder drei Refrains mitsingen, die Gitarre blieb im Stativ stehen. Keine Coolness, eher zu viel Aufregung führten zu diesem Missgeschick, dass mich selbst mehr störte als alle anderen Beteiligten. Das Jubiläums-Set bestand aus einer Art „Best-of“-Zusammenstellung aus 30 Jahren, darunter auch Joshua Kadisons „Jessie“, eine Ballade vom „Mann für’s Gefühl“ Max Berghaus, die ich tatsächlich noch aus dem Gedächtnis mitspielen konnte. Auch für ein Solo war ich eigentlich eingeplant: Den Part des Riff Raff beim „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show. Für Leadgesang reicht meine Stimme allerdings (noch) nicht ganz wieder aus, und so war ich dankbar, dass Frank spontan für mich einsprang….

Jubiläum II: 30 Jahre Radio Schleswig-Holstein

Am 1. Juli 1986 startete mit R.SH der erste landesweite Privatsender Deutschlands seinen Sendebetrieb. Ich selbst war anfangs zunächst als begeisterter Hörer dabei, hatte aber drei Monate später dort meinen ersten Job am Hörertelefon und in der Verkehrsredaktion. Es folgten Praktikum und zehn Jahre freie Mitarbeit als Reporter, Nachrichten- und Musikredakteur, beides war die Grundlage für 25 Jahre beruflicher Laufbahn vom RSH-Musikchef bis zu Aufgaben als Programmdirektor und Geschäftsführer bei Beteiligungsunternehmen.

Am 3. Juli 2016 trafen sich fast 90 Kollegen und Kolleginnen aus der Gründungszeit wieder im Forsthaus Wittland – Das zweite tränenreiche und gefühlsschwangere Jubiläum innerhalb von zwei Wochen.

Ernüchtert zurück in Berlin

Nach zwei Wochen Hochstimmung und Feiern von Rekonvaleszenzerfolgen wartete in Berlin Ernüchterung auf mich: Die Bewerbung an der Universität der Künste, von der ich im letzten Eintrag berichtete, ist leider abgelehnt worden. Dann eben etwas anderes: In der kommenden Woche habe ich Beratungstermine an der FU Berlin, zum einen, was vor dem Hintergrund meiner 70prozentigen Schwerbehinderung und meiner sozialen Situation sinnvoll und machbar wäre, zum anderen, welches Fach passen könnte….