Blog Mai 2021

So, is’ mol wedder Tied, habe mir selbst ja eigentlich vorgenommen, jedes Vierteljahr einen Blog-Eintrag zu schreiben und zu posten, allein um mich selbst zu sortieren, wo ich gerade stehe in der Entwicklung meiner Heilung. Und natürlich für alle treuen Besucher dieser Webseite.

Auswirkungen des Vorjahres werden angegangen

Wie beim letzten Mal ausführlich erzählt, durfte ich 2020 trotz #Corona eine entspannte und entspannende Reha-Kur absolvieren. Neben der Tatsache, dass ich dort eine neue Freundin kennengelernt habe, die ebenfalls – wenn auch aus anderen Gründen als ich –  eine CAD-Schädelplastik trägt (erstmals kann ich mich mit jemandem austauschen, der genau die gleiche Erfahrung macht, das Spannungsgefühl im Skalp etc. pp.!), fiel der dortigen Stimm- und Sprechtherapeutin auf, dass die Probleme mit der Stimme möglicherweise nicht nur mit der Hirnverletzung (Diagnose „Dysartrie“) zu tun haben könnten, sondern dass eventuell zusätzlich eine Schädigung der Stimmlippen bzw. Stimmbänder vorliegen könnte. Sie empfahl die Konsultation eines Phoniaters. Das war das erste Projekt nach der Kur. Volltreffer! Beim Institut für Phoniatrie der Charité Berlin-Mitte wurde genau das festgestellt, mutmaßlich aufgrund der Intubationen im Zusammenhang mit den gut acht OPs unter Vollnarkose, die ich in den letzten zehn Jahren über mich ergehen lassen habe.  OP-Termin bei selbigem   Institut für wurde wegen #Corona von November auf Mitte Februar verlegt. Nun ist ein Gel in die Stimmlippen eingespritzt worden, so dass sie wieder mehr Spannung haben. Meine Stimme ist ein bisschen dunkler geworden (von Tenor zum Bariton in etwa) und braucht noch etwas Schonung sowie weitere Stimm- und Sprechtherapie. Spannend: am gleichen Institut gibt es eine Abteilung „Musikermedizin“, geleitet von einem Professor, der ausgebildeter Neurologe ist. Zack, auch hier einen Termin vereinbart, der verspricht, dass ich den mir seit der Verletzung abhanden gekommenen „Groove“ als wichtigen Teil meiner Musikalität wieder erreichen können werde. Der Doc verschrieb mir zum einen eine Hand-Ergotherapie bei einer dafür spezialisierten Praxis und riet dazu, täglich weiter zu üben, etwa indem ich zu Aufnahmen von Songs spiele, die ich früher mal beherrscht habe. Work in Progress…. Bei der Praxis Tenyer in Charlottenburg, die der Prof mir empfohlen hat, war allerdings kurzfristig kein Termin zu bekommen, so dass ich dort jetzt auf einer Warteliste der Dinge und den eventuell damit verbundenen Möglichkeiten harre. Mehr dazu nächstes Mal.

Neuer Neurologe und Chance auf eine Impfung

Nachdem die  ersten beiden Neurologie-Praxen, die ich konsultiert hatte, keine kreativen Ideen hatten, wie ich über die immer noch notwendigen Antiepileptika hinaus zu therapieren sein könnte, habe ich, gleich bei mir um die Ecke, einen engagierten neuen Doc gefunden, der die Medikamente leicht umgestellt hat (weniger harter Stoff mit geringeren Nebenwirkungen, eine softe Kombi aus zweierlei Pillen, die genauso viel, wenn nicht sogar mehr, Stabilität an dieser Baustelle bringen. Zudem hat Doc Döhler mir ein Attest ausgestellt, das mir bescheinigt, trotz knapp U-60 wegen der chronischen Erkrankung Anspruch auf eine Covid-19- Impfung zu haben. Antrag wurde gestellt, dann zähes Warten auf Post von der Kassenärztlichen Vereinigung mit dem so genannten Impfcode. Leider gab es dann irgendwann eine bürokratisch formulierte Absage vom Impfzentrum Tegel; sehr ärgerlich, wie die Verwaltung in Berlin versagt, dieses Thema abzuwickeln! Seit Neuestem impfen ja nun auch Haus- und Fachärzte, und ich stehe nunmehr auf drei Wartelisten. Daumen drücken! Mit Chance bekomme ich noch im Mai einen Termin.

Erstmals wieder ein Interview

Erstmals seit den verstörenden, teils traumatisierenden Erfahrungen  mit der Berliner Journaille vor zehn Jahren habe ich mich überwunden und auf Anfrage eines befreundeten Journalisten ein Interview zu meiner Situation gegeben. Andreas Kurtz ist Trauerredner und Moderator von Talkshows mit bekannten Kulturschaffenden und  zudem  schreibt er eine allsonntägliche Kolumne für die Berliner Morgenpost unter dem Titel „Die Lebenden und die Toten“, die Grenzerfahrungen von Menschen mit dem Tod zum Thema hat.  Der Artikel, den ich verlinkt habe, liegt hinter einer Bezahlsperre. Wer kein MoPo-Abo hat und keines abschließen möchte, schreibt mir eine E-Mail, und ich sende den Artikel als PDF-Datei zu.

Das war’s auch schon für das erste Quartal 2021.

 

 

 

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